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ist sich allzusehr erniedrigen. Ich habe Leu-te gesehen, die ohne Freude leben wollten,und zu Narren worden sind; lind andere,die sich derselben gänzlich ergeben, sind dummund littkennbar worden. Die ersten ver-gessen woraus sie gebildet und zusammenge-setzt sind: indem sie nur Geister seyn wol-len , hören sie auf vernünftig zu seyn. Dieandern wissen nicht, was sie ihrer Seeleschuldig sind, die der edelste Theil von unsist, und machen sich den Thieren gleich, de-ren Neigungen sie folgen. Es ist gefährli-cher , sich der Freude gänzlich zu ergeben,als sich derselben völlig zu entziehen; aberbeydes ist der Vernunft zuwider.
Es sind in uns zwey verschiedene Ver-mögen vereiniget, die an sich selbst so wenigzu erklären möglich sind, als die Art, mitwelcher sie vereiniget sind: doch gehet unse-re Unwissenheit darum nicht soweit, daßwir nicht wissen, daß beyde ihre besonderen.Freuden haben.
Man unterscheidet die Freuden der See-le von den Freuden der Sinnen. Ich un-tersuche nicht, ob die letzteren von den er-steren unabhänglich sind; und ob es einVergnügen gebe, daran die Seele keinenTheil nehme: nur das weiß ich, daß dieFreuden der Seele alle andern weit übertref-fen; daß mau sich frühe oder spat schämet,
denen