66 Freundschaftliche
Die Freude, die aus der Wissenschaftentspringet, ist nur denen fremd, die nie-mahls gewußt, daß eine solche ist: wennman uns schon saget, die Bücher ermüdenden Geist; so ist es nur vor eine Zeitlang:die, welche das Herz gehabt, diesen Wider-stand, den das Lesen im Ansang in uns er-weckt, zu überwinden, haben die Freude,die daraus entspringet, allezeit gesunden.Die Bücher sind der Seele so nothwendig,als die Nahrung dem Leibe: ohne dieseNahrung, die der Umgang selten ziehet,und die er nicht allemahl ersetzen kan, nim-mst unsere Seele bald ab, sie wird ge-schwächt, und bleibt ohne Hülfe.
Das Anschauen schöner Dinge, die Be-wunderung, die sie in uns erwecken, dieGedanken, die sie zeugen, die Kenntniß,die sie geben, die Empfindlichkeit, die sieverursachen, und die Entdeckungen, dieman dadurch vermehret, - werden uner- jfchöpfliche Quellen von Freuden. DekGeist wird gleichsam unendlich: er nützetsich nicht ab; sondern je mehr man ihnbrauchet, je vollkommener er wird.
Die Menschen werden allezeit thörichterals böse seyn, Sie glauben sich aus Stolzevon den Sinnen unabhänglich; sie wollenmehr Geistiges Wesen seyn, als sie sollten: !
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