7» Freundschaftliche
man mit Bedacht die Weife untersuchenWürde, wie sie ausgetheilt werden: Eswird sich wenig fehlen, daß das Privat-Le-hen nicht die größte Ehren-Stelle seye.
Man sagt insgemein, was wollte manmit den Aemtern und EhremStellen ma-chen , wenn keine Ehrgeitzige wären? wasman damit machen wollte! man würde siedenen geben, die derselben am würdigstenWären: das wären meistens die, die amwenigsten darnach verlangen.
Die Grossen entreissen sie durch ihre Par-theyen oder Anschläge dem Fürsten, wel-cher nicht allezeit Meister ist sie abzuweisen,oder zu wählen: es ist ft> weit gekommen,daß er nur an die denken darf, die Sorgetragen, sich bekannt und nothwendig zu !machen.
Man erkaufet Ehren-Stellen mit Geld,deren erste Pflichten die Großmuth und dieGerechtigkeit sind. Ist man reich, so be-gehret man alles; und erlanget alles, manmag so untüchtig seyn als man will. Umzu wissen, ob man einer Stelle würdig sey, >
wartet man, bis man dieselbe erhalten: iman denket an nichts weniger, als an die lVerdienste, die sie von uns fordern Man >ist nur mit denr äußerlichen des Standesbeschäftiget, den man annehmen will, mitHess Einkünften, die er abtraget, mit den
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