Lehren. -7
vor das Gute eyfert, so wird dieses Ver-langen niemahls durch den Neid oder dieEyfersucht, die uns entunehren, verderbt.
Anderer Ruhm soll in uns Freude er-wecken. Schämen wir uns, wenn Leutewie wir sind, niedrige Thaten begehen;und wir uns selbst dadurch erniedriget glau-ben; so soll es uns freuen, wenn wir die-selben sehen etwas ruhmwürdiges thun:wir nehmen Theil an der Ehre, die sie da-durch erlangen. Es ist uns allen darangelegen, daß die Menschen der Hochach-tung würdig seyen r sie sind niemahl mehrunsere Bruder, als wenn sie lvbenswürdigsind.
Es ist selten in unserer Gewalt zu ma-chen, daß man uns liebe, aber allezeit,daß man uns hochschätzen muß. DieseHochschätzung ist der wahre Grund derHochachtung, die nicht allezeit mit den Wür-den verknüpft ist.
Das größte Glück, das den Menschenim Alter begegnen kan, ist, wenn sie hochgeachtet sind. Man ist es niemahls ohneVerdienste; die Aemter und Ehren-Stel-len führen nicht dazu, durch seine Auffüh-rung allein gereichet man dahin; man mußsich dieser Hochachtung beyzeiten würdigmachen.