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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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96 Freundschaftliche

Man muß in der Hochachtung und ,Freundschaft gewissen Regeln folgen; esiftnicht alles gletcd in der Welt. Man klagetinsgemein die Reichen an- sie halten allesgleich: damit wirft mau ihnen vor, sieschätzen nichts, als den Reichthum; dieserVorwurf ist verhaßt, weil man den Reich-thum noch mehr dem Glücke, als dem Wi-tze zu danken hat, und er nichts zu den Ei-^genschaften der Seele beyträgt, denen wirvor allen andern den Vorzug schuldig sind.

Du mußt die Gelehrten nicht als Leute !betrachten, die dem Staat unnütze sind;so können nur unwissende und niedrige Gei- Ister denken; es ist der Gesellschaft so viel an >dem Vorwurf ihrer Arbeit gelegen, als anvielen anderen, die besser belohnet werden.

Die Wissenschaften heitern den Geist auf,und zieren den Verstand: das, was sie ihnlehren, die Beyspiele , die sie idm zeigen,versichern ihm eine Hülfe in allen Zufäl-len , die ohne dieselben oft mangeln würde: jdie Unwissenheit tauget im Gegentheil zu ^nichts. Ehrgeitzige und Tyrannen möchtendieselben aller Orten einführen / um Mei-ster zu seyn.

Man mißbrauchet die besten Dinge dieFreygeisterey, und die allzugrosse Freyheitzu denken, kommen von dem Mißbraucheder Wissenschaften, sie sind aber niemahls

Früchte ,