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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
Entstehung
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Lehren. ss

die Menschen gemacht sind: aber ansserdem, was sie uns vorschreiben, ist es ambesten, wir bleiben wie uns die Natur ge-macht hat. Wir würden ihr ganzes Werkverderben, wenn wir einen Fehler ändernwollten, der mit dem Werke selbst ver-knüpft ist: ich wollte lieber schwarz bleiben,als nur durch Kunst weiß seyn.

Die in der gleichen Schooß gezeuget wor-den, lieben sich nichts desto weniger, wennsie einander nicht gleichen. Die Natur istunsere allgemeine Mutter; in ihrer Ver-schiedenheit bestehet ihr Reichthum: der be-klaaet sich über ihre Schönheit und Frucht-barkeit , der die unendliche Menge unter-schiedlicher Gemüther tadelt, die sie zeuget;und die, wenn man sie untersuchet, alleihren eigenen Werth haben.

Ein jedes Volk ist einer Eigenliebe unter-worfen, die macht, daß ihm alles fremdvorkömmt, was bey ihm nicht gebräuchlichist: unsere Augen befreyen uns von diesemFehler; Wenn wir das sehen, was an an-dern Orten geschieht, so begreifen wir, daßwir nicht allezeit am klügsten handeln.Dem Pöbel allein stehet es zu, nur dashoch zu schätzen, was er thut: die Weißheitgehet weiter, sie entlehnet das Gute allerOrten, wo sie es findet. Die Römer rühm-ten sich, das von den Griechen erlernt zuG 2 haben