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haben, was die Griechen, wie sie selbst be-kennten, von den Egyptern gelernt hatten.
Es sind gewissen Ländern Laster und Tu-genden angebohren, daran der Wille nichtdie erste Ursache ist, und die man verschie-nenen Gründen zuschreiben kam Die Luft,die Lebens-Art, die Regierungs-Form, unddie verschiedenenBeqangenschaften tragen zugewissen Sitten und Uebungen bey, an diewir uns von der Kindheit an gewöhnen,und die man insgemein niemahls untersu-chet, was Gutes oder Böses dahinderstecke.
Verschiedene Länder zeugen ungleicheFrüchte: blasse Menschen haben eine ande-re Gemüths-Art, als die, deren Farbe leb-haft ist. Von dieser unendlich verändertenZusammensetzung, ziehet die Gesellschaft dengrossen Vortheil von allem zu haben. Die-se Verschiedenheit setzet sie in den Stand,sich Wechselsweise die Hülfe zu leisten, wel-che die wunderbahre Uebereinstimmungausmacht, die mit dem Zweck der Gesell-schaft sechsten übereinkommt.
Es sollte unnütze seyn, den Menschen zusagen, daß sie einander lieben, und behälftlich seyet!: Alles redet für diesen Satz, demman nur in so weit folget, als es der Eigen-nutz erlaubet. Es ist wahr, daß dieser Ei-gennutz, davon man sechsten der Mittel-
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