»OL Freundschaftliche
schen ift die Beurtheilungs-Kraft, die keineUebermaaß leidet. Du wirft mit Ver- !Minderung sehen/ daß doch nur die Aus-schweifungen nach der Mode sind/ dieFrengeisterey, und die/ so sich am fromm- >sten stellen/ sind fast die einzigen/ an de- lnen etwas gelegen ist: die/ so am meistenProben ihrer Mäßigkeit geben/ rühren unsbey weitem nicht so sehr. Dieser verkehrteSinn des Menschen ist nicht neu; er ift soalt als die Menschen selber: bey geschicktenVölker«/ wie bey andern / zählt man ihnzu dem Wunderbahren / das man allezeitlieben wird. i
Man hat der Forcht mehr Götter zudanken, als der Liebe; Alle Menschen er-kennen diese Schwachheit. AllgemeineSätze/ die sich auf alles schicken/ und diedie Umstände der Dinge nicht andern/ sindselten: doch wird man darin» übereinkom-men / daß es besser ist/ geliebt zu werden, !als gefürchtet zu seyn. Die, welche ihre ^Härtigkeit gegen die meisten Menschen aufdie Boßheit derselben gründen wollen, su-chen nur einen Vorwand, um ihre eigeneBoßheit auszuüben: die Handlungen derMenschen sind ihnen ähnlich; das Nach- idenken ändert wenig daran. Die Ehrer- Ihjettmg, die die Forcht zeuget, schmei- !
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