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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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Lehnn. ic-7

lkchkeit, und die gesellschaftlichen Tugendenfliesten, die unsere Uebel vielmehr lindern,als vermehren.

Die Menschen, die am schwersten findzu befriedigen, find nicht allemahl die Tu-gendhaftesten. Bekriege dich darin« nicht,mein Freund, beurtheile dieselben nicht sosehr aus ihren abgewogenen Reden, alsaus ihren Handlungen, die niemahls ver-stellt seyn können.

Lasse die, welche die Güte verachten, sa-gen, fie seye die Tugend der Thoren: duwirst einsten überzeuget werden, daß dieBoßheit ein Fehler eben des Geistes ist,darvvn jene die Würkung seyn soll. DieSiege der Boßheit find bitter, der Triumph-er Güte ist angenehm und süß.

Dn haft Einficht genug, diese überlegteGüte nicht mit derjenigen Schwachheit desGehirns oder der Natur zu verwechseln,die denen, die fie mißbrauchen, zu einembeständigen Spott dienet, und die mau sounrecht mit dem schönen Nahmen der Gütebeehret.

Das ist nicht das einige mahl, daß duwahre Laster finden wirft, die von Unwis-senden und Schmeichlern zu Tugenden er-hoben werden; die erstem find nicht ge-fährlich,