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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
Entstehung
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no Freundschaftliche

die größten Rollen, und mit dem glücklich-sten Erfolge gespielt haben, nicht gewiß sind,unsern Beyfall bis auf die letzte zu behal-ten. Man könnte sein ganzes Leben zu-bringen, den verschiedenen Gegenständen,die man vorstellt, nachzuforschen, ohne sieerschöpft zu haben.

Man lebt anders bey Hofe, und andersin der Stadt, man lebt auch in der Haupt-Stadt nicht wie in den Provinzen. Allediese verschiedene Lebens-Arteu machen nachder Zeit nur eine Lebens-Art aus; und die-se zusammengesetzte Welt ist nicht so un-gleich , als man sich wohl einbilden könnte.

Ein jeder denkt verschieden von der Welt.Kleine Geister, die durch die Niederträch-tigkeiten und Begierden ein Glück erlan-get, kennen keinen andern Weg, als den,der sie geführet. Sie zeigen ihn denen, dieverlangen in die Welt zu treten, ohne sichzu bekümmern, ob sie den gleichen Wegeinschlagen sollen. Es giebt Moden, Be-gebenheiten, und Umstände, die nicht eingleiches erlauben: Es giebt Neigungen,Na-men und Stellungen, vor die sich nicht al-les schickt.

Man zeiget sich aller Orten wie man ist:in unsern vornehmsten Handlungen verach-ten wir allzeit unsere Gemüths-Art: siemag stolz, oder bescheiden ; klug, oder un-

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