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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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Lehren. m

besonnen; forchtsam, oder kühn; stachoder schwach; gut oder böse seyn.

Man sollte sich kennen, um zu wissen,wie man sich aufführen kan: aber mankömmt in die Welt, ehe man hierzu gelan-get. Die, so uns führen, kennen uns nichtbesser, als wir sechsten: und wenn sie unsschon kennten, wären sie erleuchtet, odervon Leidenschaften frey genug, um uns ei-nen Weg zu weisen, der nicht abführet?Die Geschicklichkett fehlet denen eher, dieleiten wollen, als die Gelehrsamkeit denen,die sich führen lassen. Auf dieser beständigveränderten Schaubühne harMn die Un-glücks-Fälle und die glücklichen Folgen mehrvon dem Glücke, als von unserer Klug-heit ab.

Es giebt keine gewisse Regel, zu dem si-cher zu gelangen, was man in der Weltein grosses Glück nennet: es giebt Regeln,die dahin führen, oder aufs wenigste unsdie Hochachtung der Welt zuwege bringen.Diesen letztem muß man folgen: Es ist klug,dem ungewissen Zufall etwas überlassen,und thörrecht, sich auf denselben gänzlichverlassen.

Man glaubt, man müsse den Stand un-tersuchen, den man annimmt, die Welt kanman von sechsten lernen. Es ist wahr,man lernet dieselbe am besten in ihrem Um-