n2 Freundschaftliche
gange kennen; und von allen Wegen, die-selbe zu studieren, ist dieser der beste. Aberes ist nicht weniger wahr, daß es unsereAufmerksamkeit erfordert, und daß manwissen muß, sich dasjenige, so man siehetund hört, zu Nutze zu machen. Die, welchedieWelt glauben aus denBüchern zu kennen,kennen sie nicht. Gelehrte, die hohe Wis-senschaften, in denen sie sich vertieft, langevon der Welt und ihrem Umgang abge-sondert, sind allzeit fremde in derselben.Sie gewinnen in dem Cabinet ein gewissesAussehen, etwas besonders, das die ange-nehmste Gesellschaft von der Welt ihnennicht benehmen kam Ihre seltene Wissen-schaft macht, daß man sie eine Zeitlang alsetwas neues, wornach man begierig ist, be-wundert: nach und nach fallen sie wiederumin die vorige Vergessenheit, sie wahren solange, als die erste Neubegierde, die sie inuns erwecken.
Mistes, du wirst oft klagen hören, dieWelt seye der Schauplatz der Ungerechtig-keit, der Verdorbenheit, und aller Unord-nung. Die wenigsten, die so reden, ver-stehen sich selbsten: viele kennen die Weltgar nicht; und andere haben ihre Gründe,sie verhaßt zu machen. DieWelt, wennman sie als eine Versammlung von Men-schen von aller Art und Gattung ansichet,