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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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Lehrend rrs

uns dasselbe zu benehmen: es ist nicht ihrFehler, daß wir über den Scherz empfind-licher find, als über die Verachtung.

Die Welt ist schwer zu befriedigen, siefordert nicht nur von uns, daß wrr tugend-haft seyen; sie will noch, daß wir liebens-würdig werden. Sie überläßt die mitschnöder Verachtung ihnen selbst, die stolzauf die Vorzüge ihrer Sitten-Lehre, sichzu nichts schicken wollen; die die Tugendenzur Gesellschaft ungeschickt machen, die dochunr in so weit schätzbar sind, als sie zumVortheile der Gesellschaft beytragen, vorwelche sie gemacht sind. Sie liebet die An-nehmlichkeit der Stellung, aber noch mehrden Reiz des Witzes und der Gemüths-Art,der dem allgemeinen Besten nützlicher ist,von dem sie sich nicht trennen läßt.

Man wird dir mehr als einmahl sagen,traue der Welt nickt, wenn sie dich lobet.Ich hingegen sage dir: mache dir den Bey-fall, den du erhalten, zu Nutze, um mitder Zeit noch einen grösser» und gründli-chern zu erlangen. Ich glaube dich viel zuklug, mein Artstes, als daß du mit dem,was ich die Welt nenne, einen HaufenLeute verwechseln solltest, die ihr Eigennutzzwinget dich zu loben, um dich zu betrü-gen; die niedrig genug sind, das Laster zuvergöttern; und verderbt genug, dich in dieHs Zahl