Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Karl V. und Moriz von Sachsen.

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schreiben an das Konzilium, in welchem er mit ungemeiner Frömmigkeitspricht. Der Kurfürst macht sich sogar selbst auf den Weg; zwar inkleinen Tagrciscn, weil er an Seitenstechen leide, kehrt aber baldwieder um, mit seiner Krankheit sich entschuldigend. Dagegen treffenzwei Botschafter von ihm wirklich in Trident ein, wo sie mit großerAnmaßung gegen den Papst und die römische Kirche auftreten.

Auf den 1. März hatte der Kurfürst Moriz seine Landständenach Torgau berufen. Er trug ihnen vor, daß er wegen seiner Ver-pflichtungen gegen die Söhne des Landgrafen sich genöthigt sehenwerde, nach Hessen zu gehen; sein Bruder August werde den Schutzdes Landes übernehmen, es sei nothwendig wegen der Gefahren, dievielleicht dem Lande drohen könnten, sich zu berathen. Die Land-stände aber, durch solche Worte nicht getäuscht, gehen in ihrer Er-wiederung auf die Sache geradezu ein, rathen dem Kurfürsten vonseinem Beginnen, dessen Gefahren sich voraussehen ließen, dringendab, und erinnern ihn an den Gehorsam, den er den Obern schuldigsei. Der Landtag wird verabschiedet; Moriz aber zieht sein Heer inThüringen zusammen, an 20,000 Mann Fußvolk und 5000 Reiter.Zu Bischofsheim an der Rhön vereinigt der junge Landgraf vonHessen seine Truppen mit ihm. Zu Rothenburg an der Tauber stößtAlbrecht von Kulmbach mit 10,000 Landsknechten und 2000 Reiternzu den Verbündeten. In Eilmärschen rückten sie unter französi-schen Feldzeichen nach Oberdeutschland, zwei Manifeste vor sichhersendend, welche ihr Unternehmen gegen das Haupt des Reichsund das Bündniß mit Frankreich rechtfertigen sollten. Am 1. Aprillagert der Kurfürst zu Oberhausen bei Augsburg. Die Patrizier-geschlechte der alten Reichsstadt wollen an dem Kaiser festhalten,jedoch die protestantischen Bürger der Zünfte erklären sich sofort fürdie Verbündeten. Am 12. April rückten die Fürsten vor Ulm mitder Aufforderung, gleichfalls ihr Unternehmen zu unterstützen. AlleinRath und Bürgerschaft wiesen nach gemeinsamem Beschluß das Be-gehren nur Einlaß oder um Geld und Munition zurück. Sofortschloß die getreue Stadt die Thore und führte ihre trefflichen Ge-schütze auf die Wälle. Einige ungeordnete Anfälle werden leichtzurückgeschlagen. Das kam den Fürsten sehr unerwartet. Da nunzugleich die Nachricht anlangt, daß auch Nürnberg, welches ihnenbei dem Zug durch Franken eine starke Geldsumme bezahlt hatte, umden Angriff abzuwenden, jede weitere Theilnahme verweigere, so ent-steht Zwist in dem Lager. Nachdem das Ulmer Gebiet unmenschlichverwüstet worden, trennten sich die Fürsten. Markgraf Albrecht zieht