Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentrenmmg.

ab, UM auf eigene Faust die reichen Klöster und Stifte Schwabensauszuplündern. Der junge Landgraf Wilhelm von Heften und Georgvon Mecklenburg rückten mit dem Hauptheer die Donau hinauf inden Hegau, um die französischen Hülfsgelder in Empfang zu nehmen.Moriz folgte einer Einladung König Ferdinand's nach Linz. Dieser,welcher seinem kaiserlichen Bruder sich wieder genähert hatte, ver-mochte, durch den Türkcnkrieg selbst hart bedrängt, nicht augenblick-lich dem Kaiser Beistand zu leisten. Es kam darauf an, Zeit zugewinnen. Bei der Unterredung (am 18. April) ward zwar nichtviel entschieden, jedoch am 1. Mai ein förmlicher Abschied aufge-richtet, daß sie am 26. Mai sich wieder zusammentreffen, und dieübrigen Kurfürsten nebst andern Bischöfen und Fürsten dazu einladensollten. Von dem 11. Mai habe Waffenstillstand einzutreten. Ferdinandreiste zu seinem Bruder nach Innsbruck, um das Weitere zu bereden.Bei einem solchen Unternehmen aber, wie das des Kurfürsten vonSachsen, bringt Zögern das sichere Verderben; denn es erlaubt denUnentschiedenen, sich wieder auf das rechte Verständniß der Dingezu besinnen. Das begriff auch Moriz und er gedachte, durch einenverräterischen Handstreich das Verlorene wieder zu gewinnen. Alser zu Gundelfingcn an der obern Donau mit seinen Verbündetenwieder zusammentraf, nahmen sie den vierzehntägigcn Waffenstillstandzwar an, bestimmten aber auf seinen Betrieb ganz einseitig und heim-lich, daß derselbe erst am 26. Mai zu beginnen habe. Am 12. Maibrach das Heer von Lauingen auf. Es handelte sich um nichts Ge-ringeres, als den Kaiser, seinen ganzen Hof und den römischen Königzu Innsbruck durch Uebcrfall gefangen zu nehmen. Alsdann ließensich Bedingungen nach Belieben stellen. Ueber Kaufbeuren und Füssenrückten die Verbündeten vor Reuti. Die Bewaffneten, welche dieZugänge zu vertheidigen versuchten, meistens Landvolk, wurden aus-einander gesprengt. Allein der Ort selbst hielt sich, und es gingenbei dem Angriff (am 18. Mai) viele Leute verloren. Dagegen ge-lang es am folgenden Tage dem Georg von Mecklenburg, die Ehren-berger Klause zu erstürmen. Das hohe, auf steilen Bergen erbauteBcrgschloß ward aber nicht gewonnen. Die Besatzung der Klause,neun Fähnlein, wurden gefangen; daß Ehrenberg zu dem Gebietedes Königs Ferdinand gehörte, mit dem Moriz in Frieden und Ver-trag stand, kümmerte ihn wenig. Lag doch jetzt der Weg nach Inns-bruck offen, auf dem seiue Genossen siegreich vordrangen, während erselbst noch einen Tag lang durch die Empörung des Reiffenbergischen