Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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l. Zeitalter der Kirchmtrcnnung.

Konzils aus Italien, Frankreich und Spanien wohl gelegen war.Dort versammelten sich im Jahre 1545 die päpstlichen Abgeordneten,zahlreiche Bischöfe und Aebte, die Gesandten des Kaisers und andererkatholischen Fürsten. Die Protestanten waren längst durch Luther'sSchmähungen wider Rom jedem Konzil, wobei der Papst als Ober-haupt der Kirche sich bethätigte, feindselig, und überdies; wußten siewohl, daß sie bei einer Versammlung aus allen Ländern der Christen-heit weit in der Minderzahl blieben. Daher weigerten sie sich unter-nichtigen Verwänden, das Konzil zu beschicken oder anzuerkennen.Das Konzil ließ sich aber hiedurch nicht irre machen, sondern griffunter dem Vorsitze der päpstlichen Legaten seine doppelte Aufgabe,den wahren Glauben zu schützen und die sittlichen Zustände zu ver-bessern, mit eben so viel Kraft als Einsicht an.

Zuerst wurde das apostolische Glanbensbekenntniß, wiees in der Kirche von jeher üblich war und auf den beiden allgemeinenKonzilien von Nicäa (I. 325) und Constantinopel (I. 391) genauerbestimmt worden war, vor; Allen einhellig bekannt.

Hierauf wurde als weitere Grundlage ausgesprochen, woher diegöttlich geoffenbarte Wahrheit zu schöpfen sei, nämlich aus der hl.Schrift und aus der mündlichen Ueberlieferung; die heil.Schrift, deren Bestandtheile einzeln angegeben wurden, dürfe abernicht Jeder nach seinem Sinne auslegen, sondern, um den wahrenSinn derselben zu finden, habe man sich in der Glaubens- undSittcnlehrc an die authentische Erklärung der Kirche oderan die einstimmige Auslegung der Kirchenvater zu halten. Dadurchwar der Willkür eine nothwendige Schranke gesetzt, ohne welche allemöglichen Irrthümer aus dem todten Buchstaben der heil. Schriftherausgedeutet würden. Die Erfahrung aller früheren Jahrhunderteund besonders der letzten dreißig Jahre hatte dieses augenfällig dar-gcthan. Christus hatte aber von seinen Bckennern Einheit im wahrenGlauben und in der Liebe unbedingt als Kennzeichen, daß sie ihmangehören, gefordert. Dann wurde auf Grund dieser Glaubens-qucllcn die geoffenbarte Lehre von der Erbsünde, gegen Luther'sUebertreibungen richtig dargestellt. Insbesondere wurde erklärt, daßder freie Wille des Menschen nicht gänzlich durch die Sünde ver-nichtet, sondern bloß geschwächt wurde, so daß er aus eigener Kraftnicht mehr die Seligkeit erlangen könne; darum sei es falsch, daßalle Werke des Menschen vor der Rechtfertigung nichts als Sündenseien; im Gegentheile könne der Mensch zu seiner Rechtfertigung mitder Gnade Gottes mitwirken.