Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Jgnatius von Loyola und die Gesellschaft Jesu.

sandte nun seine Gefährten nach Rom, wo sie Paul III. freundlichaufnahm und ihnen, die noch nicht Priester waren, gestattete, vonwelchem Bischof sie wollten, die Weihe zu empfangen. Sie wurdenalle in Venedig geweiht, und nur von den milden Gaben der Gläu-bigen lebend, verkündeten sie dem Volke die Nothwendigkeit der Buße.

Wegen dem Krieg zwischen Kaiser und Türken konnten sie nichtdie Fahrt nach Palästina unternehmen. Daher gingen Jgnatius,Le Fevre und Laincz nach Rom, warfen sich dem Papst zu Füßen,und erboten sich zu allen guten Werken, für welche er sie bestimmenwollte. Der heilige Vater gebot Le Fevre und Lainez in dem Colleglletln Lapienxn Vortrage zu halten: jener lehrte die scholastische Theo-logie, dieser Exegese. Jgnatius aber ergriff die Verbesserung der Sittendurch christliche Unterweisungen und geistliche Uebungen.

Im Jahre 1538 berief Jgnatius alle seine durch Italien zer-streute Gefährten nach Rom. Hier legte er ihnen den langher an-gelegten Entwurf eines neuen Ordens vor, welchem sie alle beitratcnund in welchem sie neben den drei gewöhnlichen Ordcnsgclübden nochdas vierte ablegten, überall hinzugehen, vom Almosen zu leben, wo-hin sie der heilige Vater zum Heil der Seelen entsenden würde.Paul III. bestätigte durch eine Bulle vom 27. September 1640 denOrden, der sich als Bund, um die Irrlehren und Laster unter derFahne Jesu Christi zu bekämpfen, Gesellschaft Jesu nannte, derenMitglicdcrzahl im Anfang auf scchszig beschränkt wurde, welche ihremlebenslänglichen General wie Gott zu gehorchen gelobten. Im Jahre1541 wählte der heilige Jgnatius, welcher durch die erwähnte Bulleals erster General des Ordens bestätigt worden, Rom zu seinem Sitz,von wo aus Missionäre der jungen Genossenschaft in alle Lande derErde eilten, theils um die Lücken zu ersetzen, welche durch den Abfallder Protestanten entstanden waren, theils um den Protestantismusselbst zu bekämpfen.

Noch anderthalb Jahrzehnte leitete Jgnatius die Gesellschaft inWeisheit und Liebe, weniger gebietend als bittend, und was er that,es geschah: „Alles zur größer» Ehre Gottes." Er starb am 31. Juli1556 im fünfundscchszigsten Jahre seines viel geprüften Lebens.

Die Grundzüge der Ordcnsvcrfassung sind folgende: Wer immerin die Gesellschaft Jesu aufgenommen werden will, legt das Gelübdeder Keuschheit ab, und verpflichtet sich zum Dienste Gottes und seinesStellvertreters auf Erden, vorzüglich, um das Wachsthum derSeelen im christlichen Glauben und Leben zu fördern; ermuß daher auf die Verbreitung der Religion durch Predigten, durch