Franz Xaver.
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den Mangel an Mitarbeitern schrieb er damals nach Rom, Lissabonund Paris um Zusendung von Missionären, und würde, wäre esihm möglich gewesen, wie er sagte, alle europäischen Akademien undbesonders die zu Paris besucht und denen, die mehr Wissenschaft alsLiebe besitzen, zugerufen haben: „Ach, wie viele Seelen werden desHimmels verlustig, und stürzen zur Hölle durch eure Schuld!" Xaver,noch für Travancor unumgänglich nothwendig, vermochte den er-gangcnen Einladungen nicht zu entsprechen, doch konnte er von denauf der Fischerküste zurückgelassenen Missionären einen auf die beiCeylon gelegene Insel Manacar schicken, und diesem gelang es inkurzer Zeit, eine große Anzahl Insulaner zu bekehren, die bald daraufalle so standhaft und glücklich waren, als Opfer des christcnfeindlichenKönigs zu fallen, und mit ihrem Martyrblute die Bekehrung vonCeylon einzuleiten. Xaver, der nun selbst die Insel besuchte, thatbeim Vizckönig Schritte zur Entthronung jenes grausamen Wütherichs;allein die Habsucht der Portugiesen ließ seinen Plan nicht zur Aus-führung kommen, sowie sie überhaupt durch ihr ärgerliches Lebenund ihren religiösen Judiffercntismus der Heideubckehrung die größtenHindernisse in den Weg legten. Indeß wurden doch manche Miß-stände in Folge eines freimüthigen Schreibens Xaver's an den KönigJohann gehoben, dem er darin unter Anderem vorhielt, Gott habeihm die neue Welt wohl nicht bloß zur Bereicherung seiner könig-lichen Kammer, sondern vielmehr zum Wohlc der Menschen und zurEhre Gottes geschenkt, und zur Unterstützung mit den Worten auf-forderte: „Es ist mir, als hörte ich die Stimme Indiens von diesenErdstrichen gen Himmel aufsteigen, klagend, daß von den Schätzen,womit es deine Schatzkammer bereichert, so wenig auf seine dringendstengeistigen Bedürfnisse verwendet werde." — Auf einer Reise vonCambaya zurück nach Travancor, durch widrige Winde gehindert,diese Küste zu erreichen, sah er dieß für ein Zeichen an, daß er nunanderswohin berufen sei, und faßte den Entschluß, das Evangeliumvon Insel zu Insel, von Land zu Land, bis an den äußersten Ostenzu tragen. Eine Wallfahrt nach Meliapor, der Ruhestätte des heil.Apostels Thomas, bestärkte ihn in seinem Vorhaben. Er trat alsoim Monat September 1545 die Reise nach Malacca au, um von daweiter nach den Inseln des indischen Archipels vorzudringen. ZuMalacca, der verderbtesten Stadt Indiens, wo Xaver sich öfter auf-hielt und die wunderbarsten Beweise seiner apostolischen Sendungablegte, wirkte er unter den Christen, Heiden, Mohammedanern undJuden viele Bekehrungen. Auf der Insel Amboma gewann er den