Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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l. Zeitalter der Kirchentrennung.

von Gran auf dein rechten Ufer der Donau, vierzig Stunden vonWien, bis Basora, nicht weit vorn persischen Meerbusen, und von derKrim bis jenseits Mekka, und bis an die Küsten der Verberei unddie Wüste erstreckte. Er organisirte eine gewaltige Hcercsmacht zuLande und zu Wasser, stellte die Finanzen wieder her, bestrafte diefeilen Beamten, die meineidigen Richter, die Wüstlinge, die Gottes-lästerer, und schenkte seinen Völkern die Gerechtigkeit wieder. Zukeiner andern Zeit war das türkische Reich so fruchtbar an großenFeldherren, an Baumeistern, an Geschichtschreibern, an Dichtern, anliterarischen und wissenschaftlichen Schöpfungen, als unter der Regie-rung Suleiman's. Der große Padischah von Stambul theilte dasGold mit vollen Händen unter die mit geistigen Arbeiten Beschäftigtenaus, denn nichts schien eines Fürsten würdiger zusein, als der Schutzund die Aufmunterung der Wissenschaften und Künste. Suleimanliebte die Pracht in der Kleidung und in seinen Palästen, er hattezweitausend Pferde in seinen Marställen. Sein Lagerzelt währenddes Krieges war im Innern mit Goldstofs ausgeschlagcn, und wurdevon Säulen mit goldenen Capitälern gestützt. Man ging darin aufpersischen Teppichen, die ein türkischer Dichter mit dem grünen Moosein den 'Gärten des Serails vergleicht. Suleiman hatte einen maje-stätischen und stolzen Anstand, sein hoher und schlanker Wuchs flößtenAchtung und zuweilen Schrecken ein. Sein Mantel funkelte von Edel-steinen; auf seinem Turban, geschmückt mit einem Federbnsch vondrei Reiherfedern, glänzte ein großer Diamant von Golconda. DieDecke seines Pferdes war mit Rubinen und andern Edelsteinen besäet;das Gebiß und die Steigbügel waren von Gold, und zwei Diamantenhingen vom Zaum herunter. Wenn sich der Fürst auf diesem sogeschmückten, herrlichen Thiere, an der Spitze seiner schönen Armeezeigte, und in Constantinopel mit dem Siegeszeichen und den Schätzender überwundenen Völker einzog, während die Osmanen ihm inSchaaren zum Empfange entgegeneilten, da war der ruhmreicheSohn Selim's I. allerdings der „prächtige Sultan!" Als aber seineLeiche aus Ungarn nach seiner Hauptstadt zurückgebracht wurde, dalas man auf der verschlossenen Tragbahre: „Alle Herrschaft ist ver-gänglich! Die letzte Stunde erwartet jeden von Menschen Geborncn.Aber weder die Zeit noch der Tod können dem Ewigen etwas an-haben. Er allein ist groß!"