Suleiman der Prächtige.
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Tragbett tragen, und verließ auf diese Weise mit seinem Heere imMvnat Juli 1566 Constantinopel. Suleiman begann mit der Bela-gerung von Szigeth, wo Maximilian unter dem Befehle des tapfernZriny Truppen zusammengczvgcn hatte. Schon dauerte die Bela-gerung einen Monat, und jeder Sturm der Türken war bisher zurück-gewiesen worden. Erbittert über den tapfern Widerstand der Christensagte Suleiman in der Nacht vom 5. zum 6. September 1566 zuseinem Wcssir: „Wird dieser Schornstein nicht aufhören zu brennen,und die große Trommel des Sieges nicht bald zu hören sein! Wasmachen meine Janitscharcn?" Kaum hatte der Sultan diese Wortegesprochen, so traf ihn der Schlag. Er starb, ohne zu wissen, daßer Sieger war, denn sein Heer zog erst am 8. September in Szigethein. Eine Stunde vor der Einnahme der Stadt, als er alle Hoff-nung zur Rettung verloren, zog Gras Zriny seine schönsten Kleideran, steckte die Schlüssel der Thore in die Tasche, ergriff einen Ehren-säbcl, den Kaiser Ferdinand ihm früher als Belohnung für eine aus-gezeichnete Heldenthat geschenkt, und rief, indem er diese Waffe unddie Augen gen Himmel erhob, dreimal den Namen Jesus an: „Solange ich diesen Arm bewegen kann," setzte er hinzu, „sott mir Nie-mand die Schlüssel Szigcth's noch den Säbel entreißen, mit dem ichmir den ersten Ruhm erworben habe! So werde ich vor Gott treten,um von ihm gerichtet zu werden, und die Türkeil sollen mich nur alsLeiche in ihre Gewalt bekommen!" Cw macht mit seinen letzten Truppeneinen Ausfall aus der Stadt, stürzt sich mitten unter die Feinde,tödtct eine große Anzahl Türken, und fällt endlich, getroffen von zweiKugeln in der Brust und einem Pfeil im Kopse. Mit Recht glänztder Namc Zriny's unter den ruhmreichsten in den Annalen von Ungarn.
Die Leiche Sulciman's wurde feierlich nach Constantinopel ge-bracht. Seine Regierung, die scchsundvierzig Jahre dauerte, zeichnetesich durch glänzende Thaten und große Verbrechen aus. Die Aus-zahlung der von ihm selbst geleiteten Feldzüge, seiner Siege, seinerEroberungen, seiner Gesetze, der von ihm erbauten Wasserleitungen,Brücken, hohen Schulen, Moscheen, Paläste würde einen ganzen Bandfüllen. Mit vollem Rechte führte dieser Fürst die Beinamen: derGesetzgeber, der Eroberer, der Prächtige. König Salomo, der nachden Vorstellungen der Orientalen der Ausdruck des glänzendsten Ruhmes,der erhabensten Größe und der höchsten Macht ist, ist in den Augender Türken das vollkommene Bild Suleiman's I. Suleiman erhobdie osmanischc Macht aus ihren Gipfel. Seine Waffen machten dieWelt erzittern. Bei seinem Tode hinterließ er ein Reich, welches sich