Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentrenmmg.

Alles vergeben, wenn man dem Predigen Einhalt thäte und sichznm Dienste des Fürsten stellte, um ihm bei der Unterdrückung derUnruhen bchülflich zn sein. Die Edelleute trennten sich, ohne einenfesten Entschluß gefaßt zu haben, und hielten, wie sie gelobt, geheim,was gesagt und verhandelt worden. Die Statthaltcrin erfuhr esaber dennoch, und schrieb es dein Könige. Der edelmüthige, aberschwache Egmont, treu dem Fürsten und dem katholischen Glauben,wenn auch nicht durch seine Thaten, doch mindestens durch seineGefühle, hatte den Muth nicht, sich von Freunden zu trennen, dieein anderes Ziel verfolgten, als er, und welche ihn als ihren Ver-bündeten verantwortlich machten für das, was sie thaten. Egmont'sBetragen war stets doppelsinnig gewesen; von Wilhelm von Oranienbeherrscht, obwohl er keineswegs dessen Entwürfe theilte, hatte erstets, ohne es zu wissen, diesem als Werkzeug gedient, und währender mit redlichen Worten seine Ergebenheit für den König und denGlauben rühmte, gereichten seine Thaten fast immer der Reformationund dem Aufruhr zum Vortheil. Seine Gegenwart bei einer Ver-sammlung, in welcher man offenbaren Aufstand verhandelte, wareine unbegreifliche Unvorsichtigkeit, die ihn bei dem Könige als einenfalschen Freund und Verräther verdächtig machte.

Die Schandthaten der Bilderstürmer hatten eine kräftige Reaktionunter den Niederländern hervorgerufen und viele Edelleute hattensich von der Eidvcrbindung getrennt und Margarethen ihre Diensteangeboten. Die Statthaltcrin, dadurch unterstützt, zeigte sich plötzlichvoll Kraft und zum Gebrauch der Waffen geneigt. Sie warb Truppenund verbarg es nicht, daß sie Gewalt gegen die Ruhestörer an-wenden wolle.

Als sie dieses vernahmen, versammelten sich die verbündetenEdelleute zn Amsterdam und Breda, und beschlossen, gleichfalls dieWaffen zn ergreifen, um die Truppen der Statthaltcrin zn bekämpfen.Der Plan ward eiligst ausgeführt. Sie brachten eine ziemliche An-zahl Truppen in den Niederlanden selbst und in Deutschland auf,vertheilten sie in verschiedene Städte und erklärten, dieselben in Be-sitz zu nehmen, um sie gegen feindliche Gewalt zu vertheidigen.Auf diese Weise kamen. Antwerpen, Amsterdam, Herzogenbusch,Maestricht, Utrecht, Groningen, Tournay und Valenciennes inihre Hände.

Mittlerweile rückten die von der Statthaltcrin angeworbenenTruppen auch in das Feld. Der Graf von Meghen zog gegenUtrecht, wo eine Besatzung von Geusen lag, fühlte sich aber zu