Abfall der Niederlande.
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Petcr von Mansfcld blieb Brüssel von den Bilderstürmern befreit.Noch ganz entsetzt und aufgebracht schrieb nun die Statthaltcrin demKönig, was geschehen, und riech ihm dringend, selbst nach denNiederlanden zu kommen und ein furchtbares Exempel zu statuiren.
Man zweifelte nicht, daß des Königs Wuth schrecklich sein würde,und sah nun der Ankunft eines spanischen Heeres als einem unver-meidlichen Unglück entgegen. Man täuschte sich auch nicht in dieserErwartung. Als Philipp II. die Briefe der Statthaltcrin empfing,entflammte er in gränzenloser Wuth. Er, gewöhnlich so ruhig,konnte sich dieses Mal nicht bezwingen, und rief bebend vor Zorn,indem er sich den Bart ausraufte: „O! es soll ihnen schwer zu stehenkommen, ich schwöre es bei der Seele meines Vaters!" Von diesemAugenblicke wurzelte in seinem Geiste der Gedanke, daß die Refor-mation in den Niederlanden mit riesenhafter Gewalt unterdrücktwerden müsse, daß die Milde endlich ein verächtliches Gefühl ge-worden, und daß es Zeit sei, mit dem Schwerte einzuschreiten.
In diesem Sinne schrieb er an die Statthaltcrin, sie von seinernahen Ankunft benachrichtigend, und befahl ihr zu derselben Zeit,deutsche Truppen anzuwerben. Andere Briefe aus Spanien, vonPrivatpersonen abgesandt, schilderten den Zorn und die Rachsuchtdes Königs auf das Heftigste und erfüllten alle niederländischenProvinzen mit großer Angst. Von jetzt an begannen viele Familienihre Besitzungen zu verkaufen, um sich nach Deutschland, Englandoder tiefer nach Holland hinein überzusiedeln.
Wilhelm von Oranien konnte sich nicht verbergen, daß desKönigs Zorn wahrscheinlich zuerst in seinem Tode Sättigung suchenwürde, da er die Veranlassung und die Seele des Widerstandes derEdelleute gewesen war, der alle anderen Empörungen und Gewalt-thaten möglich gemacht hatte. Andere vornehme Herren, die zu derEidverbindung gehörten, begannen gleichfalls für ihr Leben zu fürchten.In dieser unangenehmen Lage waren sie zweifelhaft, was sie thunsollten. Um darüber zu berathschlagen, hielten die Vornehmstenunter ihnen eine Zusammenkunft zu Den der monde (am 3. Oktober1566). Dort fanden sich Wilhelm von Oranien und dessen BruderLudwig nebst den Grafen von Egmont, von Hoorn und von Hoog-straten ein. Es wurde vorgeschlagen, ob es nicht rathsam sei, dieWaffen gegen den König zu ergreifen und ihn gewaltsam von denNiederlanden fern zu halten. Die Mehrzahl stimmte für offeneEmpörung. Egmont seinerseits suchte sie zur Unterwerfung zu über-reden, indem er sagte, man dürfe nicht zweifeln, der König würde