Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentrennung.

19.

Der KMZ bM Albrr.

Philipp II. war nicht der Mann, der einen Plan aufgab, dener einmal auszuführen beschlossen hatte. Hinsichtlich der Niederlandewußte dieser Fürst nie zur rechten Zeit eine Maßregel zu treffen.Er zog auch jetzt keinen Nutzen aus der Rückkehr der Gemüther zugemäßigtere» Ansichten, und blieb hartnäckig bei dem Gedanken, daßman durch einen zerschmetternden Schlag den Bewegungen in denNiederlanden für immer ein Ende machen müsse.

Um diesen Plan auszuführen, bedurfte er eines Werkzeuges,das ohne Ansehen der Person, ohne Abscheu oor Blutvergießen undohne Furcht vor dem Haß der Völker das eiserne Scepter der Rachein seinem Namen führte. Ein solches fand er in Fernando Al-varez de Toledo, Herzog von Alba, dem er den Auftrag gab,ein Heer zu bilden, um die jetzt ruhigen Niederlande zu unterwerfen.Dieser Alba war ein alter Feldherr, der sich bereits unter KaiserKarl durch seine Tapferkeit und Kriegskenntniß berühmt gemacht hatte.Noch besser kannten ihn seine Landsleute wegen seines Hochmuthes,seines finstern Wesens und seiner kalten Konsequenz bei der Aus-führung seiner Pläne. Philipp konnte daher keinen geeigneterenMann wählen, um seine Befehle, welcher Art sie auch sein mochten,auszuführen und dieselben in Strenge vielleicht noch zu übertreffen.Der Herzog von Alba war mit Leib und Seele Soldat. Er kannteweder Zögerung noch Schonung, und wie er bei dem geringstenWort seinem Könige blindlings gehorchte, so verlangte er auch augen-blicklichen Gehorsam für seine Befehle. Bei ihm wirkten keine an-deren Triebfedern mehr, als Pslichterkenntniß und Hochmuth. DieWelt war ihm ein Heer, in den; sich Jeder ohne weitere Untersuchungdem Willen seines Commandeurs zu beugen hatte, und demgemäßkannte er keine anderen Mittel zu herrschen, als Schwert und Schaffst.

Diese Eigenschaften, von böser Vorbedeutung, vereinigt mit demRufe eines ausgezeichneten, aber unerbittlichen Kriegers, reichten hin,den Bewohnern der Niederlande einen tvdtlichen Schrecken einzujagen,sobald sich das Gerücht verbreitete, daß Herzog Alba sich rüste, ummit einem spanischen Heere zu kommen. Einige tausend Einwohnerverließen Belgien und suchten in den benachbarten Ländern einenZufluchtsort.

Bei einer letzten Zusammenkunft zu Willcbrock (April 1567)bemühte sich Wilhelm von Oranien, den Grafen von Egmont