Der Herzog von Alba.
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zu überreden, mit ihm nach Deutschland zu ziehen. Aber Egmont,der sich für straflos hielt, weigerte sich, sein Vaterland zu verlassen;worauf Wilhelm mit Nachdruck zu ihm sagte: „Wahrlich, ihr werdetdie Brücke sein, über welche die Spanier in die Niederlande ziehen,und die sie, wenn sie hinüber sind, zertrümmern." Da diese Worteohne Wirkung auf Egmont blieben, so schieden die beiden Edelleutebewegt von einander. Orauien ging nach Deutschland; Egmontbegab sich an den Hof, bot der Statthalterin seine Dienste an, zogin das Feld mit sechs Fähnlein Fußknechtcn und verfolgte, wo erkonnte, die Aufrührer und Anhänger der neuen Lehre. Mittlerweilezog der Herzog von Alba mit 8700 Fußknechten und 1200 Reiternaus Spanien heran.
Am 22. August 1567 erreichte er Brüssel und schlug dort seineResidenz auf. Er zeigte der Statthalterin die königlichen Befehls-briefe, durch welche ihm eine so ausgedehnte Macht zuerkannt war,daß Margaretha nur mit Mühe ihren Verdruß darüber verbarg.Darauf begann er damit, starke spanische Besatzungen in die Städtezu legen und für die Mittel zu sorgen, sich aller Verdächtigen be-mächtigen zu können. Ucbrigens ließ er nichts von seinen Plänendurchblicken und schien nicht gekommen zu sein, um zu strafen, son-dern nur, um, falls es nöthig sei, neue Unruhen zu verhindern. Mitfreundlicher Artigkeit behandelte er die Edelleute, und lockte durchdieses Betragen die vornehmsten Herren des Landes an den Hof.Egmont, dessen Charakter wohl schwach, aber redlich und vertrauens-voll war, begab sich (am 9. September 1567) mit dem Grafen vonHoorn zu einer Nathsvcrsammlung, welche Alba nach Brüssel aus-geschrieben hatte. Als die Berathschlagung zu Ende war, wollteEgmont sich entfernen, da that Alba, als habe er noch mit ihm alleinzu sprechen. Zu diesem Zwecke begaben sie sich in ein abgesondertesGemach, wo Alba Plötzlich sein Benehmen veränderte und Egmontim Namen des Königs den Degen abforderte. Der erstaunte Grafward augenblicklich von spanischen Soldaten umringt und gefangengenommen. Zu derselben Zeit that Ferdinand, des Herzogs Sohn,ein Gleiches mit dem Grasen von Hoorn; andere spanische Oberstenbemächtigten sich an demselben Tage einiger anderen verdächtigenEdelleute. Alle wurden in den Kerker geworfen. Diese vcrrätherischeThat brachte das Volk dermaßen zum Schweigen, daß Niemand einWort zu sprechen wagte. Auf den Gesichtern der Bürger allein wartiefe Trauer zu lesen, und manches Herz blutete vor Mitleid mit demVaterlande, dessen Zukunft sich so bedenklich zeigte. Die Statthalterin