Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentremmng.

Schottland auf das Blutgerüst gesendet. Jenes kam einer Kriegs-erklärung gleich, die Philipp nicht mit Stillschweigen übergehenkonnte, ohne sich dem Vorwurf der Feigheit auszusetzen; dieses wareine der Majestät aller Souveräns zugefügte Beleidigung, welche erals der mächtigste Monarch der Christenheit zu rächen sich ver-pflichtet glaubte.

Philipp's Anstalten in Spanien und den Niederlanden entsprachender Wichtigkeit des Unternehmens. Nie hatte der Ocean eine stolzereFlotte getragen, als jene, die jetzt in den spanischen Häfen vor Ankerlag. Unter dem Befehl des Marquis von Santa Cruz, eines imSeedienstc ergrauten Offiziers, dem zahlreiche Sicgcslorbeern dieStirn umschatteten, standen 135 Kriegsschiffe mit 8000 Matrosenund 19,000 Mann Landungstruppen. In Flandern war der Waldvon Waes gefällt worden; auf den Werften von Antwerpen, Nieuwen-port, Grevclingen und Dünkirchen wimmelte es von Handwerkern, unddie Flüsse und Kanäle waren mit flachen Böten bedeckt, die bei der be-absichtigten Invasion als Transportschiffe dienen sollten. Farnese'sRuf und des Unternehmens Gefahr und Ruhm hatten Freiwilligeaus den ersten Familien Europa's herbeigelockt; auf allen Straßenbegegnete man Truppen, die aus Spanien, aus Deutschland, ausItalien nach den Sammelplätzen eilten. Und als der Herzog vonParma Heerschau hielt und dem Grafen Mansfeld außer den noth-wendigen Besatzungen, noch 11,000 Mann zur Vertheidigung ließ,blieben ihm zur Invasion von England 30,000 Mann Fußvolk und1800 Reiter übrig. Unmöglich konnten diese Vorbereitungen derenglischen Regierung entgehen, aber Philipp ließ mancherlei Gerüchteaussprengen, um ihre wahre Bestimmung zu verbergen. Elisabethschwebte in der grausamsten Ungewißheit, wohin der Sturm endlichlosbrechen werde, ob auf ihr Haupt oder die belgischen Insurgenten.Sie sah sich zu Vorsichtsmaßregeln genöthigt, traute aber aus Geizweder dem Rathe ihrer Minister, noch den Warnungen ihrer Kund-schafter, und beschleunigte oder verzögerte ihre Anstalten, je nachdemgerade Furcht oder Hoffnung in ihrem Gemüthe überwogen. Gernwilligte sie ein, daß zur Vertheidigung des Reiches ein Kriegsrathgebildet, die ganze männliche Bevölkerung von 18 bis 60 Jahren,cnrollirt und die Lord-Lieutenants beauftragt wurden, Miliz-Kom-pagnien zu organisiren, Offiziere zu ernennen und auf Kosten derGrafschaften Waffen zu besorgen; aber diese Mannschaft in activenDienst zu rufen, hätte der Krone große Kosten verursacht; sie hofftenoch immer, den Kampf zu vermeiden, und wenn endlich die Zu-