Die Armada.
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sammcnziehung zweier Heere befohlen wurde, des einen von 36,000Mann zum Schutz der Person der Königin und des andern von 30,000Mann zum Schutz der Hauptstadt, so zauderte man doch dergestalt,den Befehl in's Werk zu setzen, daß das erste nie anderswo existirteals auf dem Papier, und das zweite niemals mehr als die Hälfteseiner vorgeschriebenen Stärke erreichte. Zudem war es nichtsweniger als furchtbar. Rohe, in der Eile zusammengeraffte Rekrutenhätten den zahlreichen, disziplinirten Truppen des Herzogs vonParma nur schwachen Widerstand geleistet. England war bestimmt,durch die Geschicklichkeit und Unerschrockeuhcit seiner Seeleute gerettetzu werden.
Das Gefühl der sie bedrohenden Gefahr hatte im verflossenenHerbste der Königin den Befehl zur Aushebung von 5000 Matrosenentrissen. Im Jänner bereute sie eine solche Verschwendung undbefahl 2000 zu entlassen; als aber das Gerücht von einer Invasionglaubwürdiger ward, gab sie den Bitten ihrer Räthe nach und ließnicht nur die anfänglich bestimmte Zahl wieder voll machen, sondernsogar auf 7000 Mann vermehren. Die königliche Seemacht bestandaus 34 Kriegsschiffen, die Stadt London lieferte 33, verschiedeneEdelleute 18 Segel, wozu wegen Dringlichkeit der Umstände noch43 gemiethete und 53 Küstenschiffe kamen. Den Oberbefehl über-nahm kraft seines Amtes der Admiral von England, Lord Howardvon Elfingham, dessen Entschlossenheit und Muth allgemein aner-kannt waren und dem ein Rath geschickter Seeleute zur Seite stand,um die ihm mangelnde Erfahrung zu ersetzen. Unter ihm dientenals Freiwillige der Graf von Cumbcrland und die Lords HeinrichSeymonr, Thomas Howard und Edmund Sheffield; Drakeward zum Lieutenant der Flotte ernannt, Abtheilungen derselbenwurden Hawkins, Forbish'ern und andern Seefahrern anver-traut, die auf Naubzügcn, oder auf Handels- und EntdeckungsreisenErfahrungen gesammelt und den Gefahr verachtenden Muth gezeigthatten, der dem brittischcn Seemann eigen ist.
Die einzigen benachbarten Mächte, von denen die Königin Hülfeverlangen konnte, waren die belgischen Staaten und der König vonSchottland. Ihrem Schutze dankten jene ihre Freiheit, unterlag sie,so war das Verderben jener die unausbleibliche Folge. Dankbarkeitund Interesse ließen sie der Aufforderung gehorchen. Sie vergaßenallen früheren Anlaß zum Unwillen, übernahmen die Sperrung derSchelde und schickten 20 Segel zur Verstärkung der Flotte ab. Vondem Könige von Schottland wagte Elisabeth keinen thätigen Beistand