Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentrennung.

seiner einst furchtbaren Flotte zu erhalten. Zum ersten Male stehenjetzt die Spanier vor ihren Verfolgern, und die Engländer hätten sievernichten können, wären sie nicht genöthigt gewesen aus Mangelan Munition in ihre Häfen zurückzukehren. Die Flüchtlinge trafenauf ihrer nördlichen Fahrt keinen Feind; aber sie hatten mit Windund Wellen zu kämpfen, die schottischen und irischen Gestade warenmit Trümmern gescheiterter Schiffe bedeckt und als der Herzog vonMedina Sidonia im Hasen von St. Anders seine unselige Reiseendigte, gestand er den Verlust von 30 der größten Schiffe und von10,000 Mann. Nach einigem Streite mit seinen Kollegen übernahmes Christoval de Mora, demKönig die schlimme Kunde zu hinter-bringen. Philipp vernahm sie, ohne eine Miene zu verändern, oderdie geringste innere Bewegung zu verrathen. „Ich danke Gott," er-wiederte er ruhig, „der mir Hülfsquellen genug gegeben hat, umeinen so harten Schlag ertragen zu können. Ein Zweig ist abge-hauen, aber noch grünt der Staunn, und vermag einen neuen zutreiben." Sogleich ließ er unter die Schiffsequipage 50,000 Kronenvertheilen, verbot mittelst Proclamation jede öffentliche Trauer unddankte öffentlich Gott, daß seine Flotte nicht gänzlich vernichtetworden sei. Die Spanier trösteten sich damit, daß sie ihren Verlustder Heftigkeit der Stürme zuschrieben; der Herzog von Parma wardin den stärksten Ausdrücken königlicher Gnade und Zufriedenheit ver-sichert und ein fruchtloser Versuch der englischen Minister, ihn zumTreubruch zu verleiten, stellte ihn nur noch höher in der Achtungseines Monarchen.

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MÜW II., Mmg iM SMM.

Als Philipp zum ersten Mal Spanien verließ und man ihnauch in andern Ländern ansichtig ward, bemerkte man zunächst diegroße Aehnlichkcit, die er äußerlich mit seinem Vater hatte. Dasselbemehr weiße als blasse Gesicht, dasselbe blonde Haar, das näm-liche Kinn, denselben Mund. Sie waren beide nicht groß; Philippnoch etwas kleiner, zierlicher, schwächer als sein Vater. Bald gingman in dieser Vcrglcichung weiter. Die Gcsichtszüge des Sohnesschienen doch nicht den Ausdruck von Scharfsinn darzubieten, derden Vater auszeichnete. Man ward inne, daß Philipp, sehr ent-fernt, diesen in natürlicher Leutseligkeit zu übertreffen, hierin viel-mehr weit von ihm übertreffen ward. Während der Vater, wenn