Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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I. Zeitalter der Kirchentrennung.

hatte, der Kirchenstaat nunmehr eine Ruhe genoß, wie man von Eng-land in den Tagen Wilhclm's des Eroberers rühmte. Wie aber inBezug auf innere Ordnung Rom neu wurde, wurde es auch neunach Außen, durch Straßen, Herstellung von Wasserleitungen, Kirchen,Palästen und anderen Gebäuden. Loretto und Montello wurden zuStädten erhoben. Hingegen verschwand das Prachtvolle des Septi-zoniums des Severus unter den römischen Ruinen spurlos, und auchandere litten nicht unbeträchtlichen Schaden, da der Gebrauch auf-kam, sie als Steinbrüche für christliche Gebäude zu behandeln. Sixtnssah im Alterthume nur eine überwundene Welt, die dienen mußte,gleich dem antik-römischen Bogen, auf den er seine Neubauten stützte.Andererseits ließ er in dem Zeitalter, in welchem eine Fluth vonHäresien aus der Auslegung der Bibel entstanden, aus der von ihmangelegten Druckerei eine prachtvolle Bibel hervorgehen, gleich alsforderte er seine Zeit heraus, sich noch einmal daran zu machen, noch-mals den Kampf mit der Kirche zu wagen, welche die Deutschen um-gestürzt zu haben glaubten, und deren äußeres Abbild, die St. Peters-kirche in Rom, Sixtns jetzt im Sicgcsgefühlc zu vollenden trachtete.Uebcrhanpt ist in Allein, was er that, eine Kühnheit, fast möchte mansagen, die trotzige Weltverachtung sichtbar, welche man oft in hervor-ragenden Charakteren des Franziskancrordens findet. Er hatte, alser Papst wurde, geschworen, Alles aufzubieten, die christlichen Fürstenzum Kampfe mit den Türken, wie mit den Ketzern zu entflammen,welche, die einen nach Innen, die andern nach Außen, die Kirche zuGrunde zu richten sich bestrebten. Zu diesem Zwecke suchte er durchEntbehrungen aller Art einen Schatz für den Nothfall anzulegen,und während Sixtns IV. seinen Verwandten Alles gab, gab der fünfteSixtus ihnen nichts, sparte aber fünf Millionen Scudi zusammen,um, da der Krieg mit den Hugenotten nicht entschieden war, für alleWechsclfälle gegen diese ebenso gedeckt zu sein, wie gegen die Osmanen.Mitten in großartigen Plänen starb der Papst am 27. August 1590.Er versorgte den Kirchenstaat mit einer Flotte, begründete fünfzehnKonsistorien von Cardinälen, deren Gesammtzahl sicbcnzig nicht über-steigen sollte, bestimmte Todesstrafe auf Ehebruch, und suchte so dieGrundlage aller Staaten, Hcilighaltung der Ehe, wieder aufzurichten;stiftete neue Feste, besorgte bis zum letzten Hauche seine Geschäfte.Sein letzter Gang war, Gott in der Kirche St. Maria der Deutschenzu danken für die Bekehrung eines deutschen Fürsten, und starb dannmitten in einem Ungewittcr, in welchem die Menge verwundert überAlles, was in fünf Zähren der Baucrnsohn aus den Grotten von