Union und Liga.
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sich die Mitglieder der „Union" (wie sie sich hier schon nannten)einander gegen jeden Angriff zu beschützen, eine Summe Geldes zu-sammenzuschießen, über alle Verhandlungen die größte Verschwiegen-heit zu beobachten u. s. w. Auch wurde dem Kurfürsten von derPfalz das Direktorium übertragen.
Diese Verträge enthielten bereits die Grundlage des im Jahr1608 zu Ahauscn geschlossenen Bündnisses, welches hauptsächlichdurch die Bemühungen französischer Abgesandten zu Stande kam.Es waren der Kurfürst von der Pfalz, der Pfalzgraf von Neuburg,die Markgrafen von Brandenburg - Ansbach und Culmbach, derHerzog von Württemberg und der Graf von Baden, welche sich durchdiesen Vertrag verpflichteten, unter einander vertrauliche Korrespon-denz zu halten, einander in allen Fällen mit Kriegsmacht beizustchcnund deßhalb die nöthigen Geldmittel in Bereitschaft zu halten. Außer-dem wurde festgesetzt, wie es mit eroberten Städten und Ländernzu halten sei, wie viel jedes.Mitglied an Geld beizutragen habe,auf welche Weise neue Thcilnehmcr anzuwerben seien u. s. w. undauf einer bald darauf folgenden Zusammenkunft zu Rothcnburg ander Tauber, wurden die Kricgs-Aemter bestellt und ihre Besoldungenbestimmt. Von ausländischen Mächten waren England und Frank-reich für den neuen Bund die wichtigsten. Heinrich IV. und seinMinister Sully hatten ohnehin großen Antheil an der Stiftung des-selben, der Kurfürst von der Pfalz hatte schon im Jahr 1606 deß-halb den Fürsten von Anhalt nach Paris gesandt, und wenn manSully's Memoiren glauben darf, so bezogen mehrere der verbündetenFürsteil bereits seit längerer Zeit Pensionen aus Frankreich.
Herzog Maximilian von Bayern mußte die immer häufigerwerdenden Versammlungen der protestantischen Fürsten mit steigen-dem Mißtrauen betrachten. Er sah deutlich, daß der Kaiser wederAnsehen noch Kraft genug hatte, dic katholischen Stände gegen diewachsende Macht des protestantischen Bundes zu schützen. Nur einfestes Ancinanderschlicßcn konnte ihnen diese Sicherheit gewähren. Kames je zum offenen Kriege, so wurden dic wehrlosen geistlichen Fürsteu-thümer eine leichte Beute der unirtcn Stände, welchen schon langedarnach gelüstete. Auf der andern Seite konnte dem bayerischenHerzoge nicht entgehen, welchen Zuwachs an Macht und Ansehenihm ein solches Bündnis; gewähren würde, da nur er im Standewar, die obere Leitung desselben zu übernehmen. Die Nothwendig-keit eines katholischen Gcgenbundes mußte sich ihm übrigens vonselbst darstellen, um so mehr als — abgesehen von seinem Eifer für
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