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I. Zeitalter der Kirchentrennung.
von Bayern den Vertheidigungsbund mit dem Kaiser, verweigertedem am 4. November zu Prag gekrönten Könige den Königstitelund begann als Dircctor der Liga umfassende Rüstungen. Auf demTage zu Mühlhausen trennten sich nun auch der Kurfürst von Sachsenund der Landgraf Ludwig von Hessen von der Sache des unrecht-mäßigen Königs; da ferner der Aufstand auf Vernichtung des HausesHabsburg abgesehen war, nahm auch Spanien am Kriege Theil.Jakob I. von England mißbilligte das Benehmen des Kurfürsten vonder Pfalz, seines Schwiegersohnes; in Frankreich wurde man baldselbst veranlaßt, wider die Hugenotten einzuschreiten und als nundie Union ihr Heer zusammenzog, gelang es dem Herzoge von Bayernan: 3. Juli 1620, den Anführer des unirten Heeres, MarkgrafJoachim von Anspach, welcher sich kurz vorher gerühmt, seinePartei habe Mittel, die Welt umzustürzen, zu einem Separatvertragezu vermögen, durch welchen die Union Böhmen Preis gab. Schnellrückte nun der Herzog von Bayern in das im vollsten Aufruhr be-findliche Oberösterreich ein, unterwarf es und erzwäng die Huldigung.Pfalzgraf Friedrich, der Winterkönig genannt, hatte das Kommandoseines Heeres statt Böhmen, Deutschen übergeben; sein fanatischerHofprcdigcr Scultetus den calvinistischen Bildersturm in das ur-alte czcchische Hciligthum der St Vcitskirchc zu Prag übertragenund dasselbe verwüstet; kaum daß das Crucifix auf der Pragerbrückevor Friedrich und seiner fanatischen Gemahlin Gnade fand. Dieschwergedrücktcn Katholiken schöpften Hoffnung, als Herzog Max sichmit dem kaiserlichen General Bucquoi vereinigte, eine böhmische Stadtnach der andern in die Hände des anrückenden Heeres fiel, und diesesendlich nicht ohne große Mühseligkeiten westlich von Prag am Fußedes weißen Berges erschien. Hier erfolgte am Tage, als das Evan-gelium gelesen wurde: „Gebet Gott was Gottes, und dem Kaiserwas des Kaisers ist," der Angriff von Seiten des vereinigten bayerisch-kaiserlichen Heeres auf die noch unvollendeten Schanzen des böhmisch-ungarischen (8. Nov. 1620). Schon war der bayerische FeldherrTilly im vollen Anzüge und der Wintcrkönig tafelte noch, seineObersten und Generäle aber waren zum Theile noch nicht im Lager.Als auf ein unentschiedenes Reitergefccht hin die Infanterie nach-rückte, löste sich das böhmische Heer in wilder Flucht auf; einpanischer Schrecken überfiel den Winterkönig. Statt Prag zu ver-theidigen, floh er übereilt mit Hinterlassung der Krone.
Er wagte es nicht, sein Geschick der Hauptstadt anzuvertrauen;Prag kapitulirte und Tilly, der die Schlacht geleitet, führte nun den