Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Die Regentschaft in Frankreich.

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und Mord, und eine drohende Volksmenge strömte nach dem Palais-Royal, dessen Thore der Regent bei ihrer Ankunft öffnen ließ. DerSchauplatz dieses schändlichen Handels wurde aus der Straße Duin-eampoix nach dem Vcndomcplatze und in die Gärten des HotelsSoissvns verlegt. Hier verlor das Papier die Eigenschaft des Geldesund man kaufte im September für eine Mark Gold neun Aetien,welche das Jahr vorher für 160,000 Livres baares Geld verkauftworden waren. Habgierige geschickte Spekulanten trieben noch ihrGeschäft, altes und nencrworbcncs Geld zu verschlingen, und man gabihrem abscheulichen Börscnspielc den Namen des „Mississippi-Stürzen."Damals bot Law dem Regenten au, er wolle mit Hintansetzung seinessämmtlichen Vermögens, bis auf die 500,000 Thaler, welche er mit-gebracht hatte, Frankreich verlassen. Der Prinz hinderte ihn darannicht; dieser gefeierte Fremdling verschwand, nachdem man ihn wieeinen Gott angebetet hatte, aus dem Königreiche als Flüchtling undendigte zu Venedig sein Leben als Spieler, indem er nichts als einenDiamanten, 40,000 Livres werth, welchen er oft versetzt hatte, undeinige Gemälde hinterließ.

Die Regierung suchte durch eine Menge strenger Befehle denBankbillcts einen Werth zu geben, welchen der Kredit allein ihnenhätte verleihen können; es hals Alles nichts und im Jahre 1721nahm die Regierung wiederum ihre Zuflucht zur Vidimirung, umden wahren Betrag der Staatsschulden, sowie die Nechtsgnltigleit derForderungen der Staatsgläubiger zu ermitteln. Dieses Geschäftwurde den Gebrüdern Priris übertragen. Es wurden in ihren Bureausfür zwei Milliarden und zweihundert Millionen Papiere niedergelegt.Ein Drittel davon wurde annullirt, und der übrige Theil auf einesehr niedrige Taxe herabgesetzt. Diejenigen Kapitalisten, welche ihrePapiere zurückhielten, büßten ihre ganze Forderung ein. Die Börscn-spieler von Profession, welche ungeheuren Gewinn gezogen hatten,wurden gewaltsam des größten Theils desselben beraubt. Die zubezahlenden Forderungen bclicfen sich auf 1,700,000,000 und derStaat war also noch tiefer verschuldet, als beim Tode Ludwig's XIV.

Dieß war das Ende des berüchtigten Banksystems, dessen Fallmehr die Unwissenheit und der Despotismus der Regierung, als einFehler seines Urhebers beschleunigten. Es bewirkte eine Aenderungin den öffentlichen Sitten und eine andere Vertheilung der Reich-thümer; es machte das Volk gierig nach Gewinn, unternehmendund kühn in seinen Spekulationen und gab dem Handel, indem esden Gebrauch der Banken lehrte, ein neues Leben, während es die