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II. Zeitalter Ludwig's XIV.
Regierung in ihrem Vorurthcile gegen jede neue Idee und gegenalle Verbcfferungsplänc bestärkte.
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Friedrich MichM I.» König dM Vreussen.
Wir haben es weniger mit der Persönlichkeit und dem Charakterdes Königs zu thun, als mit dem Verhältniß, in dem er zu seinerZeit stand. Wir glauben, daß eine bloße Allführung der Thatsachenhinreicht, um von dem Leben und den Sitten, deren Repräsentanter war, und von den Menschen, welche auf die Weise, wie er regierte,sich regieren und gebrauchen ließen, oder gar regiert werden mußten,einen Begriff zu geben. Ucbrigcns hat sich der boshafte Witz derin der französischen Schule gebildeten Spötter der Geschichte diesesKönigs bemächtigt, und hat seine Schattenseite so grell gemalt, daßman Mühe hat, die Manier dieser kräftigen Regcnteu-Natur ausdem Standpunkt der Zeit und der Bildung, welche eine solche Diktaturoder Despotie forderte, ohne Vorurtheil zu betrachten. Der Meisterdes bittern Spottes und geistreicher Verhöhnung, Voltaire, hatauf den ersten Seiten des Buches, das er seine Denkwürdigkeitennennt, alles Lächerliche und Gehässige zusammengestellt, was sichvon einem geizigen und tyrannischen Regenten, und von der unseligenVereinigung der Verwaltung und Gcrechtigkeitspflcge, die unter ihmin Deutschland stattfand, und hie und da noch stattfindet, Nach-theiligcs und Empörendes sagen läßt. Pölnitz, ein Mann vonähnlichem Witz und gleicher Bildung mit Voltaire, hat zu der all-gemeinen Schilderung, die dieser gegeben hatte, die einzelnen Zügehinzugesetzt; und Voltaires Freundin und Korrespondent«!, dieFürstin von Bayreuth, hat ihren eigenen Vater fast noch schlimmerbehandelt als Voltaire selbst. Wer indessen das Buch von derpreußischen Prinzessin, welches wohl hätte ungeschrieben oder wenig-stens ungedruckt bleiben können, aufmerksam liefet, würde gewiß,ivenn er wählen müßte, der durch Beispiel und Wirkung abschreckenden,geraden, derben, einfachen und doch wieder biedern deutschen Roheitund Barbarei des Königs vor der falschen, prahlerischen, eitlen,boshaften, verschwenderischen, französischen Hofbildung seiner Tochter,wie sie sich in dem Buche ausspricht, den Vorzug geben. Des KönigsGeiz, dessen Uebermaß lächerlich und gehässig ward, schaffte in einerZeit, wo Verschwendung an der Tagesordnung der Höfe war, seinemNachfolger die Mittel, den deutschen Namen, der damals unter