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III. Zeitalter Friedrichs des Großen.
die Elbe zurückzog, worauf die Franzosen Hannover besetzten. DieRussen eroberten Memel und schlugen ein preußisches Heer am30. August bei Großjäg erndorf. Die Schweden fielen in Pom-mern ein, und ein österreichisches Corps unter Haddik brandschatzteam 19. Oktober Berlin. Gleichzeitig drang ein französisches Heerunter dem Prinzen Sonbise mit der Ncichsarmee vereinigt, durchThüringen gegen Sachsen vor, um die Preußen daraus zu vertreiben.Aber Friedrich eilte ihm entgegen und nahm am 13. SeptemberErfurt ein; sein General Seydlitz jagte am 19. September mit nur1500 Mann 8000 Franzosen unter Soubise aus Gotha, und am25. November schlug Friedrich diesen nebst der vereinigten französi-schen und Reichsarmee bei Roßbach in der Nähe von Weißenfels.Der Feind war ihm dreifach überlegen, ergriff aber schnell die Fluchtund in zwei Stunden war die ganze Schlacht entschieden. Die Fran-zosen flohen übereilt nach dem Rheine, und Georg II. hob dreiWochen später die Convention von Kloster Scven wieder auf. Unter-dessen hatten sich die Dinge in Schlesien für Preußen sehr ungünstiggestaltet. Die Oesterreichs eroberten am 12. November Schweidnitz,am 24. mußte sich auch Breslau ihnen ergeben; ganz Schlesien schienfür Friedrich verloren. Da führte der König, der nach Sachsen ge-gangen, von Görlitz aus sein kleines Heer — die Oesterreichs nanntenes spottend die Potsdamer Wachtparade — nach Schlesien gegen dendreimal stärkeren Feind, und am 5. Dezember erfocht er bei Leuth enüber Dann einen glänzenden Sieg. Mit einer Husarenabthcilungbrach der König noch am demselben Abende bis nach Lissa auf.Mit wenigen Begleitern ritt er über die Zugbrücke nach dem Schlosse.An der Thür kamen ihm viele österreichische Offiziere mit Lichternentgegen. Es wäre ein Leichtes gewesen, ihn zu tödten oder gefangenzu nehmen. Er aber sagte kaltblütig: „Lou soir, NWsiours! Siehaben mich hier wohl nicht erwartet? Kann man denn noch mitunterkommen?" Die Oesterrcicher waren verwirrt, und da Friedrich'sGenerale gleich darauf nachkamen, wurden sie gefangen genommen.Vierzehn Tage darauf ergab sich auch Breslau und in Kurzem warganz Schlesien bis auf Schweidnitz in den Händen der Preußen.Auch die Russen hatten wieder ganz Preußen bis auf Memel geräumt,und Friedrich konnte ruhig in Sachsen die Winterquartiere beziehen.
Der Oberbefehl über das englisch-haunöver'sche Hülfsheer warbereits im November auf Friedrich's Wunsch dem Herzog Ferdinandvon Braunschweig übertragen worden. Dieser verdrängte die Fran-zosen, die bereits Magdeburg bedrohten, von der Elbe und als ein