Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Der siebenjährige Krieg.

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französisches Heer unter dem Grafen Clermont über den Rhein her-anrückte, zog er demselben im Februar 1758 entgegen und trieb esüber den Rhein zurück. Am 23. Zuni schlug er Clermont bei Krcfeldund drang sogar über den Rhein in die österreichischen Niederlandevor. Als jedoch Soubise zu Hülfe zog, mußte der Herzog zurückgehenund sich mit der Vertheidigung von Westphalen und Hannover be-gnügen. Auch Friedrich hatte den Fcldzug früh begonnen. Nachdemer im April Schweidnitz erobert, drang er in Mähren ein und be-lagerte Olmütz; er mußte sich jedoch vor Dann, der mit starkerMacht heranrückte, nach Schlesien zurückziehen. Im Lager bei Lands-hut erfuhr er, daß die Russen den Krieg wieder begonnen hatten.Der russische General Fermor hatte ganz Preußen in Besitz genom-men, war in die Neumark eingedrungen und bombardirte Küstrin.Der König mußte daher seinen Erblanden zu Hülfe eilen, und am26. August stand er mit 30,000 Mann dem 50,000 Mann starkenrussischen Heere bei Zorndorf gegenüber. Es war die schrecklichsteSchlacht im ganzen Kriege. Sie währte von 9 Uhr Morgens bisauf den Abend um 10 Uhr. Friedrich hatte verboten, Pardon zugeben; er hatte die Brücken abbrechen lassen, um den Russen denRückzug zu versperren. Das Gemetzel war fürchterlich. Die Russenverloren 939 Offiziere, 19,000 Todte und Verwundete, über 100Kanonen und 27 Fahnen; aber auch die Preußen hatten einen Verlustvon 11,300 Mann und 26 Kanonen. Doch sie hatten gesiegt, und dießverdankten sie besonders der von Seydlitz geführten Cavallerie. Fermormußte sich nach Polen und Preußen zurückziehen, und der Königeilte nun feinern Bruder, dem Prinzen Heinrich zu Hülfe, der inSachsen von Daun hart bedrängt wurde. Dann zog sich in einfestes Lager bei Stolpen, dann bei Löbau zurück, und besetzte dieHöhen bei dem Dorfe Hochkirch. Ueber die Stärke des Feindesdurch einen von den Oesterrcichern bestochenen Kundschafter getäuscht,auch wohl auf Dauu's Langsamkeit vertrauend, bezog auch Friedrichhier ein Lager. Die Stellung der Preußen war so unhaltbar, daßder Feldmarschall Keith zum König sagte: „Wenn uns die Oester-reicher hier nicht angreifen, verdienen sie gehängt zu werden." AuchFriedrich erkannte endlich die Unhaltbarkeit der Stellung und dachtedarauf, sich der Gefahr zu entziehen. Aber Dann kam ihm zuvor.Am 14. Oktober früh um 5 Uhr griff er die noch schlafenden Preußenvon allen Seiten an. Ein dichter Nebel begünstigte den Ueberfall,und als der König vom heftigen Feuern erwachte, hatten sich dieÖsterreicher schon mehrerer preußischen Batterien bemächtigt, und