Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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IN. Zeitalter Friedrichs des Großen.

sie auf dir Preußen selbst gerichtet. Die Verwirrung war gränzen-los. Fünf Stunden wüthete der Kampf, besonders in dem brennen-den Dorfe und auf dem Kirchhofe. Endlich gelang es dem König,sich anf die Höhen bei Barchen zurückzuziehen, wo ihn Dann nichtanzugreifen wagte. Aber 9000 Preußen waren gefallen, unter ihnenKeith und der Prinz Franz von Braunschwcig. Mvriz von Dessau fielschwer verwundet in die Hände der Feinde; auch der König und fastalle Generale waren leicht verwundet worden. Das Geschütz unddas ganze Gepäck war verloren. Gleichwohl gelang es dem König,nach Schlesien einzudringen, und Neissc und Cosel zu entsetzen.Dann eilte er nach Dresden, und nöthigte Dann, Sachsen zu ver-lassen und sich nach Böhmen zurückzuziehen, während die Reichsarmce,welche Leipzig belagerte, gezwungen wurde, nach Franken zu gehen.

Noch ungünstiger gestaltete sich Friedrichs Lage im folgendenJahre. Er konnte es nicht verhindern, daß ein mächtiges russischesHeer, welches im Frühling unter Soltikow aus Polen herbeizog, imJuli bis nach Frankfurt an der Oder vordrang und sich mit dem18,000 Mann starken Heere vereinigte, welches der österreichischeGeneral Laudon anführte. Friedrich eilte demselben entgegen, undam 12. August kam es bei Kunersdorf zur Schlacht. Schon warendie Russen geschlagen und Friedrich hatte bereits Boten mit derSiegcsnachricht nach Berlin geschickt. Als er nun aber auch dieOestcrreicher angriff, erlitt er eine vollständige Niederlage. DemKönig selbst wurden zwei Pferde unter dem Leibe erschossen. EinePistolcnkugel schlug ihm in die Westentasche. „Kann mich denn keineverwünschte Kugel treffen!" rief er hier voll Verzweiflung aus. Ver-gebens suchte er nach der Schlacht auf einem Strohlager in einerhalb zerstörten Bancrnhütte den Schlummer. Kaum 5000 Mannsah er am nächsten Morgen um sich versammelt. Er war völlig trost-los, und Niemand wagte, sich ihm zu nähern. Znm Glück für ihnverfolgten die Feinde den Sieg nicht; er konnte über die Oder zurück-gehen, und bald sah er sich wieder au der Spitze von 28,000 Mannund nöthigte die Russen, sich nach Polen zurückzuziehen. Dagegenwar Dresden genöthigt, sich der Reichsarmce zu ergeben und ein11,000 Mann starkes Heer unter General Fink wurde am 21. Novem-ber bei Maxen im Plaucn'schen Grunde umzingelt, und fiel Dannin die Hände.

Nicht glücklicher begann das Jahr 1760. Friedrich hatte kaum80,000 Mann (großcnthcils Ausländer) dem 250,000 Mann starkenfeindlichen Heere entgegen zu stellen. Zwar nahm Fouque das von