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III. Zeitalter Friedrich's des Großen.
besetzt wurden) für sie nicht zn hoffen war? Die Gemeinen, welcheLohn und Verpflegung nur von den Offizieren ihres Contiugenteszu erwarten hatten, hielten sich ausschließlich an diese, und kümmertensich um die andern Befehlshaber nicht mehr, als sie eben mußten.
Die Führer der kombinirten Corps wurden von den kreisaus-schreibenden Fürsten, die Oberbefehlshaber des gesammten Neichs-hcercs, die Reichsfeldmarschälle, Neichsfeldzeugmcistcr u. s. w., kurzdie ganze Ncichsgencralität, vom Kaiser und Reichstag ernannt undin Pflicht genommen. Hierbei fand nur wieder ein doppelter Uebel-stand statt. Die Generäle der krcisausschreibcndcn Fürsten betrachtetensich weit mehr als solche, denn als im Dienst des Reiches stehend,suchten in der Regel mehr den Vortheil jener als den des Ganzen,sorgten für ihre Truppen besser, als für die ihnen mitanvertrautenanderer Contingentc, schonten bei Durchmärschen und Einquartierungenihrer Herren Länder, und wälzten dafür die doppelte Last auf dieNachbarständc. Die Ncichsgencralität aber ward — sollte man esglauben — streng nach dem Gegensatze und der Gleichberechtigungder beiden Religionspartcien, in welche die deutsche Nation zerfiel,zusammengesetzt: da mußten genau so viele katholische, wie evange-lische Feldmarschälle, und genau so viele evangelische, wie katholischeGenerale der Kavallerie sein.
Ausrüstung und Bewaffnung der Mannschaften waren bei jedemContingentc verschieden, und man fand daher nicht bloß wie jetzt inden verschiedenen Armeecorps Brigaden oder Regimenter, sondernsogar in einzelnen Kompagnien eine buntscheckige Mannigfaltigkeitder Uniformen und Waffenstückc, des Kalibers und des Exercitiums,kurz alle unausbleiblichen Uebelständc einer solchen ungleichartigenZusammensetzung. Bei der Auswahl der Waffen und der übrigenErfordernisse zur Ausrüstung der Mannschaften nahmen die einzelnenStände, namentlich die kleineren, weit mehr auf den Zustand ihrerFinanzen als auf den Zweck, den es galt, und auf das allgemeineInteresse Rücksicht. Nicht selten sah man die Soldaten dieser kleinenContingentc mit Flinten und Schwertern aus allen Rüstkammern be-waffnet, was ihnen zwar ein sehr romantisches Aussehen, aber nichteben eine besonders militärische Brauchbarkeit verleihen mochte. Sowird es glaublich, was man berichtet: daß in der Schlacht bei Roß-bach in den Reihen der Reichsarmee von hundert Flinten nicht zwanziglosgegangen seien.
Die gleiche Verschiedenheit und Mangclhaftigkeit herrschte in Be-zug auf die Löhnungsverhältnisse. Die Mannschaften des einen Con-