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III. Zeitalter Friedrichs des Großen.
kümmerte man sich nicht, davon hatte man kaum einen Begriff, denndie Soldaten untereinander kannten sich zwar als Oesterreicher undPreußen, Rcichsstädtcr und Bischöfliche, aber woran hätten sie sichals Deutsche und als Bruder erkennen sollen? Ganz absonderlichübel sah es ans mit des heil. röm. Reichs Festungen. Bis zumdreißigjährigen Kriege wußte man von solchen gar nichts. Währenddesselben ließ der Kaiser auf eigne Hand manche Orte in der Reichs-stände Landen befestigen und besetzen. Die Reichsstände, eifersüchtigauf ihre Landeshoheit, setzten es durch, daß im westfälischen Friedendem Kaiser das Recht, dieß zu thun — es sei denn mit des Reichs-tags Bewilligung — abgesprochen wurde. Aber dieß war den Stän-den noch nicht genug: in der Wahlkapitulation Leopold's I. bedungensie sich aus, der Kaiser solle „weder während eines Reichskriegs nochsonst in der Kurfürsten, Fürsten und Stände Landen und Gebieteneinige Festungen von Neuem anlegen oder bauen, noch auch zer-fallene, oder alte wieder erneuern, viel weniger Andern Solches ge-statten, inmaßen dieses allein die Landesherrn, nach den Reichs-satzungen, in ihren Territorien zu thun berechtigt sind."
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Atzen des üMnMrtzen WM.
Vielleicht war der siebenjährige Krieg, im Ganzen betrachtet,der mörderischeste, verwerflichste Kampf der neuern Geschichte; sträf-lich begonnen, entsetzlich geführt, zwecklos beendigt. Von allen Pro-vinzen des österreichischen Staates hatte er besonders Böhmen ge-troffen — man schätzte den Kriegsschadcn auf 20 Millionen Gulden.Da aber nur 13 Millionen eigentlicher Schäden bei der Vergütungangenommen und nur 28 von Hundert wirklich gut gemacht, diebereits von 1763 auf das Höchste gestiegenen Auflagen nach demKriege um die Hälfte erhöht wurden, eine große Viehseuche einenweiteren Schaden von drei bis vier Millionen Gulden bereitete, dasLotto jährlich eine Million aus dem Lande zog, die Erbsteuer, wiedie Betrügereien schlecht bezahlter kaiserlicher und herrschaftlicher Be-amten das Land fortwährend ärmer machten, so war das Schicksaldes Königreiches ungemein traurig geworden. In dem verflossenenJahrhunderte hatte Böhmen vorzugsweise die Last des Krieges zurBefreiung Ungarns getragen; jetzt war es besonders Ungarn ge-worden, das den Kampf auf sich genommen hatte, um zu verhindern,daß Böhmen nicht eine preußische Provinz werde.