IV. Zeitalter der Revolution
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Die französische Revolution ist die gewaltigste und folgenreichsteBegebenheit seit der Reformation. Ihren Ursprung zu entdecken,muß man bis zum Calvinismus des 16. Jahrhunderts hinaufgehen.Wie das Lutherthum Deutschland und der Zwiuglianismus die Schweizin zwei Parteien spalteten, so der Calvinismus Frankreich, wennmau die Sache des Königthums im Bunde mit der Kirche eine Parteinennen darf. Aus ihm erzeugten sich die Bürgerkriege, welche Frank-reich durch mehr als ein halbes Jahrhundert zerrütteten. Endlichsiegte das Königthum, und mit der Eroberung von La Röchelte(1628) durch Richelieu war die Macht der Calvinisten oder Huge-notten gebrochen. Aber in diesem Kampfe wurden auch die Freiheitender Nation von der königlichen Gewalt begraben. Weder wurdendie Reichsstande mehr berufen, wie früher, noch war die zeitweiseBerufung der Notabelu viel mehr als Form. Frankreich reifte zurabsoluten Monarchie. Nach Mazarin's Tode übernahm Ludwig XIV.selbst das Scepter, und herrschte mit solcher Klugheit, Kraft undSelbststäudigkeit, daß er sagen konnte: 1'ütnt e'est inoi. Im vollstenSinne Selbstherrscher, und unterstützt durch einsichtsvolle Ministerund große Feldherren, erhob er Frankreich zu einem Glänze und An-sehen, daß es nicht weniger bewundert als gefürchtet wurde. Frank-reichs Literatur verdrängte in Europa jede andere, seine Sprachewurde die Sprache der feinen Welt und der Diplomatie. Mit Bei-den drang auch französische Bildungsweisc und Sitte bis in denfernsten Norden vor. Nur England blieb unabhängiger.