Mirabean und Sicyes.
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besaß so viel innere Anlage, einen so fruchtbaren, biegsamen nnddabei kräftigen Geist, daß er sich von jedem Sturze wieder erhob,nnd in sich selbst die Mittel zu seiner Wiederherstellung fand. SeineKenntnisse waren unzusammenhängend, aber ausgebreitet, und standenihm in jedem Augenblicke zu Gebote. Er besaß die seltene Gabe,von den Ideen Anderer fast eben so viel Vortheil, wie von seineneigenen zu ziehen, nnd mit ihnen nicht wie mit etwas Geborgtenoder Fremden, sondern wie mit einem Natürlichen nnd Angeborenenumzugehen. Er begriff Alles nnd war überall zn Hanse. Er tratauf dem, ihm, wie allen Franzosen seiner Zeit, so neuen und frem-den Theater des öffentlichen Lebens alsbald nicht nur mit einerSicherheit und Klarheit auf, als wenn er in dieser Sphäre von jehergelebt hätte, sondern machte sich sehr bald nicht nur zum Führerseiner Partei, sondern zum Leiter der Revolution selbst, nnd hattezuletzt den kolossalen Gedanken, ihrem Umsichgreifen entgegentretenzn wollen, an dessen Ausführung ihn der Tod hinderte. Mirabeanwar durch seine Talente den meisten Mitgliedern der Rcichsständcüberlegen. Dieß allein hätte jedoch nicht hingereicht, ihn so raschan die Spitze jener ganzen Bewegung zu stellen, und ihm über somanche begabte Nebenbuhler einen so schnellen Sieg zn verschaffen.Seine Fähigkeiten konnten bis auf einen gewissen Grad von Anderenerreicht werden; wodurch er aber in jener Versammlung als einzigdastand, war die große Originalität seines Geistes, seiner Rede,seiner Art zn sein und zu handeln. Das Talent und selbst dasgrößte ist ein Instrument, das gebraucht wird, ein großer Charakterallein ist zur Herrschaft über Andere befähigt. Einen solchen besaßMirabean, nicht daß er ein sittlicher Held, ein Aristides oder Catogewesen. Hicvon war er weit entfernt. Seine Natur war vielmehrder des Thcmistoklcs verwandt, heiter, klar, Alles voraussehend undumfassend, leidenschaftlich nnd beweglich, kühn und klug zugleich, be-sonders aber unerschöpflich nnd unermüdlich.
Der unterscheidende Charakter des französischen Lebens nnd derfranzösischen Erziehung, die Alles Einem Maße unterwirft, und Allesnach Einem Muster formt, verleiht wenigstens den höheren Klassenin dieser Nation ein im Ganzen einförmiges Gepräge, das durch diegroße äußere Lebendigkeit des Betragens nnd Handelns nicht aufge-hoben wird, da auch diese ungefähr immer dieselbe ist. Tritt aberunter diesem.mwdcllirten, sich überall ähnelnden Wesen und Treibeneine scharf geschnittene, eigenthümlich gezeichnete, mit ganz besonderemBlick und Ton begabte Gestalt auf, so erregt sie ein größeres Aufsehen