Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Der Zug nach Versailles.

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wiedererwachte Mißstimmung auszubeuten, um den König, und,was damit zusammenhing, die Nationalversammlung, nach Paris zuversetzen. Beide waren ihnen in Versailles zu unabhängig.

Wie verabredet, so gethan. Mit Tagesanbruch bilden sich Wei-berhaufen, besonders in den Vorstädten, sie ziehen um 7 Uhr aufden Grevcplatz, schreien nach Brod, dazu bewaffnete Männer. Nunwird zwar gleich vom Stadthause in die Distrikte geschickt, die Na-tionalgarde aufgeboten, allein Gewalt mag man gegen die Weibernicht brauchen, und so gelingt es den Rotten in das Stadthaus ein-zubrechen, sich des Waffenvorraths dort zu bemächtigen. Endlichkommt Bewegung in den Haufen; ein junger Mann, Maillard,der sich bei der Eroberung der Bastille ausgezeichnet, tritt au dieSpitze, verspricht die Menge nach Versailles zu führen, läßt Weiberund Männer Wohl 6000 unter Trommclschlag antreten. Schon sindsie fort, da rucken von allen Seiten Nationalgarden auf den Grevc-platz, es ist für die Ordnung hier nichts mehr zu thun; allein sieschließen der Bewegung sich an, die besoldeten Compagnien führendas Wort. Als Lafayette herankommt, treten ihn Deputirte ausihrer Mitte an, ihr Verlangen ist, nach Versailles geführt zu werden,denn der König müsse nach Paris. Dessen aber weigerte sich Lafayetteund widerstand Stunden lang, auch als sein Leben bedroht ward.Erst als ihm der Gemcinderath nicht allein die Vollmacht, sondernden Befehl dazu ertheilte und ihm zugleich vier seiner Mitgliederzugesellte, um die Wünsche der Hauptstadt dem Könige vorzutragen,gab er nach, doch unter der Bedingung, daß die Hälfte der freiwil-ligen Nationalgarde ihn begleite; denn mit ihrem Beistände hoffteer den Frevel der besoldeten Compagnien im Zanm zu halten. Eswar 5 Uhr Nachmittags, als er aufbrach. Aber schon um 4 Uhrfing das Weiberhcer an, in Versailles einzurücken. Eben stand dieNationalversammlung im Begriffe, den König durch eine Deputationersuchen zu lassen, er möge die Genehmigung der Menschcnrcchte,welche nur bedingt gegeben war, unbedingt ohne Aufschub ertheilen,als die Meldung kam: „Die Weiber sind angekommen, verlangenZulaß." Er ward gewährt, und Maillard trat an ihrer Spitze vorder Nationalversammlung als Redner auf, mit schamloser Uebertrei-bung des Brodmangels und der Beschwerden gegen die Gardes-du-Corps als Bcschimpfcr der Naiionalkokarde. Nun zeigte es sich, wieweise es gewesen wäre, der Sitzung vorher ein Ende zu machen, stattdie Nationalversammlung dem Gespötte preiszugeben. Deine nichtnur, daß die Weiber oben die Gallerie erfüllten, man sah deren aus