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IV. Zeitalter der Revolution.
3. September, Montags um zehn Uhr," erzählt ein Augenzeuge, derwie durch ein Wunder dem Tode entronnen war, „betrat Herr Lenfantmit dem Abbö von Nastignac die Vorbühne der Kapelle, in welcherwir eingeschlossen waren. Sie kündigten uns an, daß unsere letzteStunde gekommen sei, und ermähnten uns zur Sammlung des Geistes,damit wir ihre Absolution empfingen. Eine elektrische Bewegung,die sich nicht erklären laßt, stürzt uns Alle, die Hände gefaltet, zurErde nieder, und wir empfingen ihren Segen." Als für Lenfant dieTodesstunde gekommen war, erhob er die Hände zum Himmel undsprach: „Mein Gott, ich danke dir, daß ich dir mein Leben opfernkann, wie du das deinige für mich geopfert hast." Er warf sich aufdie Kniee und athmete unter den Streichen der Meuchelmörder aus.Zu derselben Zeit erschlugen sie auch den Abbe von Rastignac.Dieser war ein beinahe achtzigjähriger Greis, in dem nur noch einmatter Lebensfunken glomm, während seine Seele voll jugendlichenFeuers war. Noch andere Priester befanden sich unter den Gefangenender Abbaue, doch verrieth ihre Kleidung nicht den geistlichen Stand,da die geistliche Kleidung schon seit zwei Jahren abgekommen war.Die Municipalbcamtcn fragten sie: „Seid ihr Priester?" Und jederEinzelne antwortete: „Ja, ich bin es." Eine Lüge konnte sie vomTode retten, aber wie die ersten Christen ausriefen: „wir sind Christen!"so diese Priester: „wir sind Priester." Man schätzt die Zahl derErmordeten zu Paris während der Septembcrwoche auf 10,000 DieMörder erhielten einen täglichen Sold von 24 Franken, der ihnenöffentlich ausbezahlt wurde. Sie waren durch das lange Mordenblutlechzende Bestien geworden. Der einfache Mord genügte nicht;sie führten ihn mit teuflischer Grausamkeit aus. Im Seminar vonSt. Firmin verfolgten die 20 — 30 Mörder die Geistlichen durch dieGänge und in die Zellen, stürzten sie lebend durch die Fenster aufeine Reihe von erhobenen Piken und Bajonetten, die sie in ihremFalle durchbohrten. Weiber, denen die Erwürger diese Freude ließen,tödteten sie vollends und schleppten sie in den Schlamm der Straßen.Auf diese Art starb der Pfarrer Gros. Als das Schlachtopfer aufdie Gasse hinabgcfallcn war, kam eine Frau dazu, welche ein Kleidtrug, das ihr der Pfarrer kurz zuvor geschenkt hatte, und schlug ihnmit einem Holzscheite vollends todt. Auf ähnliche Weise mordeteman im Kloster der Bernhardiner.
Mordbefehle waren von Paris aus in das ganze Land ergangen.Die französische Kirche wurde in diesen schrecklichen Tagen durch ebenso rühm- als zahlreiche Märtyrer verherrlicht. Wenn sieljc Flecken