Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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Civilconstitution und Pnestermord.

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mit einer Bande Mörder. Die ersten eingedrungenen Mörder fragten:„Wo ist der Erzbischof von Arles?" Da bot sich der Priester dc laPannonie init gesenkten Blicken dar, hoffend, daß die Mörder ihnfür den Erzbischof halten würden. Aber sein wenig vorgerücktesAlter gibt den Henkern zn erkennen, daß er der nicht sei, den siesuchen; sie wenden sich gegen den Aeltesten, der eben vor einemsteinernen Kreuze betete. Als Dulan sich nennen hört, erhebt er sich,schreitet langsam mit über die "Brust gekreuzten Händen vor undspricht zu den Mördern: „Ich bin es, den ihr suchet; nehmt michals Opfer, aber schonet diese würdigen Priester, welche für euch aufErden bitten werden, wie ich es vor dem Ewigen thun will." Wievon heiligem Schrecken ergriffen, wagen die Mcuchler nicht ihn an-zugreifen; einer redet dem andern zu. Endlich wagte ein Elender,den seine Sprache als Ausländer verrieth, einen Säbelhieb in dasAngesicht des Erzbischofs zu führen; auf diesen folgen tausend Hiebe,und vollenden den Mord. Auf die übrigen Priester schössen dieMörder wie auf wilde Thiere, und verfolgten sie auf die Bäume undMauern, wohin sie sich geflüchtet hatten. Auch einige junge Leuteaus guten Häusern, welche aus dem Geiste des 18. Jahrhundertsden Haß gegen das Priestcrthum eingesogcn, hatten sich den gedungenenMördern beigesellt. Eine große Anzahl von Geistlichen wurde auchdurch Piken niedergestoßen. Ehe die Mörder Einen niedermachten,riefen sie immer, daß er verschont würde, wenn er den Eid schwöre.Aber jeder antwortete: „Ich werde nicht schwören;" und dann em-pfing er den Todesstrcich. Etwa 34 Priester entkamen unter demSchutze der Nacht in die Garten der Rue de Eassettc; unter denEntkommenen befand sich auch der Priester de la Pannonie. Siewurden von den menschenfreundlichen Bewohnern dieses Viertels auf-genommen. Dagegen excreirten 300 Nationalgarden während desganzen Gemetzels in dem benachbarten Luxemburg, aber es fiel ihnennicht ein, den Unglücklichen bcizuspringcn. Am 2. und 3. Septemberwurden 90 Priester in dem Seminarium von St. Firmin ermordet,30 andere in der Salpetriere und Forec; 214 gingen in Chatclet zuGrunde. Es verloren während einer einzigen Woche 440 Priester,im Herzen ihres Vaterlandes, in Mitte einer Hauptstadt ihr Leben,die als Mittelpunkt der Aufklärung galt. In dem Gefängnisse derAbbaye, wo die größte Zahl der Opfer dieser Septembcrtage fiel,befand sich eine Anzahl von Priestern. Der Priester Lenfant vonder Gesellschaft Jesu, ein berühmter Redner, und der Abbö vonRastignac, Generalvicar von Arles, befanden sich daselbst. „An;