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IV. Zeitalter der Revolution.
Kinkel mit einem bayerischen Infanterieregiment und einigen hundertMann Reiterei lag, und warfen dessen Vorposten schon am 11. untermörderischem Feuer zurück. Am 12. stürmten sie die Stadt. Wäh-rend General Kinkel schon mit Teimer unterhandelte, ritt der tapfereOberst Dittfurth, obgleich von zwei Kugeln getroffen, immer nochdurch die Straßen, die Soldaten anfeuernd, sich von gemeinen Bauernnicht überwinden zu lassen, aber noch zwei Kugeln streckten ihn zuBoden. Kinkel capitulirte und alle seine Soldaten wurden gefangen,nicht ein Mann entkam. Als nun am 13. früh Vision und Wredevon Sterzing kommend, gleichfalls vor Innsbruck erschienen, dasVorgefallene hörten und sich plötzlich von allen Seiten umringt sahen,blieb auch ihnen nach kurzem Kampf nichts übrig als sich zu ergeben.Sie wollten als Soldaten die Waffen vor Soldaten niederlegen, daaber Chastelcr immer noch nicht da war, sah sich Teimer genöthigt,eine alte Uniform anzuziehen, gab sich für einen österreichischen Majoraus, und unterzeichnete die Capitulation. Somit hatten die entschlos-senen Bauern binnen zwei Tagen 8000 Bayern und Franzosen mitmehr als 100 Offerieren und zwei Generalen gefangen genommen.Man brachte sie nach Salzburg, die Bayern von Männern, dieFranzosen aber, zur Demüthigung ihres Uebcrmnths, von Weiberngeführt. Zwei Zillerthalerinnen zogen mit den eroberten französischenAdlern voran.
Ch a st ele r und der vom Kaiser Franz für Tirol ernannte Civil-intendant, der bekannte Geschichtschreiber und Archivar, Freiherr vonHormayr kamen erst am 15. gemächlich in Innsbruck an. Derletztere breitete schwülstige Proklamationen aus und fing in büreau-kratischer Manier zu regieren an, was um so weniger gefiel, als erbesondern Eifer bewies, Geld einzutreiben und nicht einmal allesquittirte. Chasteler verließ Innsbruck wieder, um ein von Italienher unter Baraguay d'Hillier's cingedrungenes französisches Corpsvon Botzen und Trident zurückzutreiben, wobei ihm die Tiroler unterHofer gute Dienste leisteten. Napoleon konnte bei den erbärmlichenMaßregeln Chasteler's ziemlich sicher sein, verfehlte jedoch nicht, nachseinem großen Siege bei Ncgensburg den Marschall Lefövre, Herzogvon Danzig, mit dem bayerischen Armeekorps in's Tirol zu schicken,um die Empörung daselbst niederzuschlagen.
Lefövrc jagte am 29. April die Oestcrrcicher aus Salzburg unddrang von hier aus durch deu berühmten Paß Strub in Tirol ein.Dieser Paß hätte sich leicht vertheidigen lassen, aber Chasteler hattenicht dafür gesorgt, und die frommen Tiroler selbst hatten den Paß