Band 
Dritter Theil: Die neuere Geschichte.
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IV. Zeitalter der Revolution.

hall plötzlich überfallen und entkam mit hundert Mann nur durchdie unerhörteste Tapferkeit.

Erst am 15. Oktober erschien Herr von Roschmann als öster-reichischer Commissär in Stcrzing bei Hofer, mit der Meldung, derFriede sei noch nicht geschlossen und Tirol solle einstweilen fort-fahren, sich im Namen des Kaisers zu vertheidigen, bis ein Courierdas Weitere bringe. Unterdeß kam von Bayern her die Nachricht,der Friede sei schon am 14. geschlossen worden. Der ersehnte öster-reichische Courier kam aber erst am 29. mit einem Brief des Erz-herzogs Johann, worin dieser schrieb, der Friede sei geschlossen,Tirol falle wieder an Bayern, jedoch sei den Einwohnern volleAmnestie zugesichert, wenn sie die Waffen niederlegten. Das möchtensie nun auch thun, denn es bliebe nichts Besseres übrig.

Am 1. November rückten die Bayern unter Wred e in Innsbruckein, und vertrieben die Haufen, die der wüthende Kapuziner auf demBerg Jsel, gegen Hofer's Willen, zum Kampf versammelt hatte.Lebhafteren Widerstand fanden die Generale Rusca und Peyri, dievom Süden kamen, indem ein Tollkopf, von Kolb, der auch früherschon die Bauern durch die unsinnigsten Siegesnachrichten bethörthatte, sie aufrührte. Der Kapuziner aber erkannte, daß Alles ver-gebens sei, wenn Hofer nicht wieder an der Spitze stehe, begab sichdaher zu ihm nach St. Lconhard und bcthörtc ihn wirklich, einenneuen Aufruf an das Volk ergehen zu lassen. Hofer that es ohneGlauben an Erfolg, nur weil er einen ruhmvollen Untergang derGefangenschaft vorzog. Er und Tirol waren eins. Er konnteden Gedanken nicht fassen, lebend oder todt je von seinem Vater-land getrennt zu werden. Was die Welt Thorheit nannte, warbei ihm ein tiefes und heiliges Gefühl. Alle Bauern der Nach-barschaft standen zu ihm und trieben vom 14. —16. Novemberden General Rusca mit Verlust von 600 Mann aus Meran zurück,bis wohin er schon vorgedrungen war. Ein anderes französischesCorps unter General Barbou, der von Sterziug gekommen war,wurde bei Walteu nach einem Verlust von 400 Mann zur Capitu-lation gezwungen. Erst dem edeln und menschenfreundlichen GeneralBaraguay d'Hillier's, der von Brixen herkam, gelang es, dasVolk zu besänftigen und zur Ruhe zu bringen. Nur Kolb kämpftenoch im Pustecthal fort und am 6. Dezember fiel das letzte Gefechtin Lienz vor, in derselben Gegend, wo der Kampf im Frühjahr zuerstbegonnen hatte.

Hofer soll heimlich vom Vicekönig Eugen durch einen Priester