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IV. Zeitalter der Revolution.
wird der Triumph des guten Genius über den bösen, der Triumphder Mäßigung, Ordnung und Sittlichkeit über Bürgerkrieg, Gesetz-losigkeit und verheerende Leidenschaften sein!" Man sieht, wie weniger noch ahnete und begriff, was der Charakter einer Nation vermag.Davon sagten ihm seine Tabellen, seine Bureaux, sein Verstand undleider auch die bisherige Erfahrung freilich nichts.
Zu seinem vollen äußern Glücke schien dem Kaiser damals nurnoch Eins zu fehlen, ein Lcibeserbe zur Befestigung seiner Dynastie.Von Josephine hatte er, so schien es, keine Nachkommen zu er-warten. Schon länger war über eine Scheidung im Familicnrathverhandelt, und bei Josephinen's wirklicher Liebe zum Kaiser, mancheschwere Scene herbeigeführt worden. Umsonst erinnerte sie an ihrenschon adoptirten Sohn Eugen; sie zeigte Napoleon seinen übel be-rechneten Ehrgeiz, da er durchaus mit einer russischen oder öster-reichischen Prinzessin sich vermählen wollte, um mit den mächtigstenund ältesten Häusern sich zu verschwägern, und wie unzufrieden dieNation über Ludwig XVI. Eheallianz mit Oesterreich gewesen, dasihm nur so lange treu sein werde, als er glücklicher Herrscher sei.Josephine mußte sich endlich fügen.
Nun wurde um die Hand der Marie Louise, ältester Tochterdes Kaisers Franz I., geworben und diese zugesagt. Am 11. Märzwar die Trauung durch Procuration in Wien, und als die neueKaiserin in Paris (wo ihre Großtante auf dem Schaffet geblutet!)ankam, mußten ihr bei der Einsegnung durch den Cardinal Feschfünf Königinnen die Schleppe tragen. Seinem Sticfsohn Engen be-stimmte Napoleon das mit Hanau und Fulda bedeutend vergrößerteGroßherzogthum Frankfurt, weil eine Verbindung geistlicher und welt-licher Macht mit den Statuten des Reiches unverträglich sei, daherauch Fesch sein Coadjutorat verlor. Natürlich war dieß nur eineVorbereitung zur völligen Einverleibung, wie sie Napoleon, seinerfrühern Werke und Worte spottend, jetzt auch mit Holland vornahm.
Der Kaiser hatte seinem edlen Bruder Ludwig bei Ertheilungseines Vasallenstaates Holland eingeschärft, daß nur Frankreichs undseines Kaisers Interesse ihn leiten dürfe. Ludwig aber erkannte, daßdie Vernichtung von Hollands Handel mit England dem Staat seinenLebensnerv durchschneide, und hatte große Nachsicht geübt. Dafürnahm ihm Napoleon (16. März 1810) Brabant, Holland und See-land, am 9. Juli aber schon das ganze Land. Ohnehin sei Hollandnur eine Anschwemmung französischer Flüsse, Frankreich könne alsojenen Raub zurücknehmen. Am 4. Juli 1810 wurde Amsterdam