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IV. Zeitalter der Revolution.
glänzenden Stäbe des Kaisers vorüberzog, heraus und mit gemessenen,militärischen Schritten auf den Kaiser zutrat, sein Gewehr Präsentirteund, dicht vor dem Kaiser stehend, ihm auf der Spitze seines Bajo-nettes eine Bittschrift überreichte. Der Kaiser nahm und las sie aufder Stelle, gewährte das Gesuch auch in der Regel, wenn es sichmit der militärischen Ordnung vertrug. Im Besitze dieses schönenRechtes fühlte der gemeine Soldat sein Vertrauen und sein Pflicht-gefühl gehoben, und dadurch war dem Mißbrauche der Autoritätvon Seiten der höheren Offiziere wirksam vorgebeugt.
Eines Tages hatte der Kaiser ein fremdes, seit kurzein in Pariseingerücktes Regiment, „die Scharfschützen des Rheinbundes" genannt,welches binnen kurzem wieder in's Feldlager abgehen sollte, zurFrühparade kommandirt und wollte es selbst inspicireu. Nachdem erdem Obersten des Regiments seine Zufriedenheit mit der schönenHaltung seiner Leute bezeugt, wandte sich der Kaiser zu seinen Or-donnanzoffizieren und rief den Jüngsten derselben. „Ich denke, HerrFürst von Salm," sprach der Kaiser, „Sie müssen mit diesen Leutenbekannt sein; treten Sie vor, kommandiren Sie das Schußexercitiumund Pclotonsener auf zwei Glieder." Der junge Fürst errothete, kamaber nicht aus der Fassung; er trat aus der Gruppe des kaiserlichenStabes hervor, salutirte den Kaiser, zog den Degen, und entledigtesich des ihm gewordenen Auftrages unter allgemeinem Lob und Bei-fall. — Ein ähnlicher, in seinem Hergang besonders interessanterVorfall ereignete sich einige Zeit später. Am ersten Sonntage jedenMonats Pflegte der Kaiser nach der Messe im Schloßhofe der Tuileriengroße Revue über die Garde abzuhalten. Eines Tages nun hatte erschon früh am Morgen die jungen Zöglinge der Kriegsschule vonSt. Cyr zu dieser Parade bescheiden lassen. Unter ihnen fiel demKaiser ein Sergeant auf, der höchstens .17 bis 18 Jahre zählenmochte, aber eine Haltung und ein resolutes Wesen an sich hattetrotz einem alten Soldaten. Der Kaiser liebte es, seine künftigengroßen Leute gleichsam im Ei kennen zu lernen; er läßt den jungenSergeanten hervortreten, richtet etliche Fragen an ihn und weist ihnauf einmal hinüber zu dem ersten Grenadicrregiment von der altenGarde, das vor dem Kaiser in Front aufmarschirt stand; er befiehltihm, diesen alten Schnurrbärten das Exercitium mit Schritt, Gewehrund Schwenkungen zu kommandiren. Wir müssen hier bemerken,daß die Kriegsschule von St. Cyr von jeher im besonderen Rufe derGenauigkeit und Präcision im Excrcircn stand, die alte Garde hin-gegen hatte mehr mit der Erinnerung an ihre Siege als der Schule