Band 
Erster Theil.
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Geschichte, die Zeit, gleichsam bloß den Durchmesser desGebietes der Natur, des Raumes, bildet, zur geraden Li-nie sich streckt, in Allem aus die beiden Endpunkte dieserLinie, die Vergangenheit und die Zukunft. Unablässig denUrgrund aller Dinge im Auge, verfolgt er die Erschei-nungen der Geschichte sowohl rückwärts zu ihrer Veran-lassung, ihrer Ursache, ihrem Grunde, als vorwärts aufder entgegengesetzten Stufenleiter zu ihren nächsten, ihrenentferntern und ihren entferntesten Wirkungen, er drehtgleichsam den Durchmesser um seinen Mittelpunkt undstellt auf diese Weise den Kreis und mit und in diesemKreise das Leben her. Dieses Leben aber, das er derGeschichtschreibung einhaucht, führt ihn und seinen Leserselbst zum Leben, und die Wissenschaft der Geschichtewird unter seiner Hand nur der Längenausdruck dessen,was der Mittelpunkt und Kern der Geschichte, das Werkder Erlösung ist.

Aber der Herr sagt: «Das Himmelreich lei-der Gewalt, und nur die Gewalt an-wenden, reißen es an sich«. Der Geschicht-schreiber, wenn er das große Ziel erreichen will, dasihm gesteckt ist, muß Gewalt anwenden, muß sich selbstverleugnen, muß aus allen seinen Umgebungen, mußaus dem ganzen Kreise seines in den Derhältnissew derIndividualität oder Besonderbeit eingeschlossenen und ge-fangen gehaltenen Daseins heraustreten, muß sich frei ma-chen von allen, auch den ihm am liebsten gewordenenBanden, frei machen namentlich von sich selbst, und sicheinzig und allein und ganz und ungetheilt der wesent-