Band 
Erster Theil.
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nahm, weil ihm nur noch 900,000 Gulden übrig blieben,nachdem er mehr als neunthalb Millionen verpraßt hatte,wo alle Ausschweifungen überreizter Sinnlichkeit von Tagzu Tage mehr in Schwung kamen." * Die Handelsleutehatten alle Hände voll zu thun, um die Bedürfnisse derWeltbeherrscher und Weltbeherrscherinnen — denn die reicheFrauenwelt blieb in Betreff der Verschwendung kaum hin-ter den Männern zurück — zu befriedigen. Der ganzeOrient mußte für sie arbeiten. Die Zeiten waren längstvorüber, in welchen die Königinnen am Spinnrocken undWebestuhle saßen. Gewöhnliche Bürgerssrauen kleideten sichin persische und indische Stoffe. Selbst die Weiber schäm-ten sich an der Handarbeit, alle häuslichen Geschäfte, so-gar die Erziehung der Kinder, blieb den Sclaven über-lassen. Mit ihnen, oder wo es sich um Putzangelegen-heiten handelte, auch unmittelbar mit den Frauen, verkehrtendie Kauflleute, wenn sie ihre Rundreisen durch das Reichmachten. Während sie dann ihre Waaren anpriesen, spra-chen sie natürlich auch von Diesem und von Jenem, wasnicht unmittelbar zur Sache gehörte, und unterhieltenihre Kunden mit den Vorgängen des Tages auf demLaufenden. Sie sprachen namentlich auch von der neuenLehre, die aus dem Morgenlande gekommen und sich mitder Schnelligkeit eines Lauffeuers durch alle Kreise ver-breitete, so daß Tertullian schon um das Jahr 200nach Christo schreiben konnte: .Wir sind von gestern undhaben uns in euer ganzes Reich, in die Städte des Fest-landes wie auf die Inseln, in Besatzungen, Bürgerschaf-ten, Handelsplätze, in's Lager, in den Kaiserpalast, in den

^ Bauer's allgemeine Weltgeschichle. Sluttgarl 1826. Be. I.S. 677.