Band 
Erster Theil.
JPEG-Download
 

101

Die Furcht vor dem Gerichte Gottes", sagt er, »läßt michmicht ermüden, mit wem es sei, in ein Gespräch einzu-gehen, vielleicht daß ich den Einen oder den Andern treffe,der noch gerettet werden mag durch die Gnade des Höch-sten. Selbst wenn ich gewahren würde, daß man seindseliggegen mich aufträte, würde ick doch nicht müde werden,allen Einwürfen zu begegnen. Und was ich thue, thue ichAlles in der Hoffnung, Diesen oder Jenen noch zu fin-den, der dem Geschlechte angehört, welches der Herr sichaufbehalten hat." In dieser Hoffnung und in der Absicht,der Lehre des Heils durch alle Hindernisse Bahn zu bre-chen, dringt er mit seinen Schutz- und Vertheidigungs-schristen bis vor den Kaiserthron und stellt sich, ein un-erschrockener Streiter Christi, wie ein unübersteiglicherWall, allen Angriffen auf die Wahrheit entgegen. DieMärtyrerkrone konnte ihm nicht entgehen. Er wurde imJahr 105 als »unverbesserlicher" Christ enthauptet.

§ 35. D,w geheimniß»olle Milieu und Uteliende8 Christenthums; in der Uteli.

Er war nicht der Erste, er war nicht der Letzte. DerHerr hatte selbst gesagt, er sei nicht gekommen, den Frie-den zu bringen, sondern das Schwert; der Fürst dieserWelt glaubte das Reich Gottes im Blute ersticken zumüssen. Anfangs ließ man die neue Lehre gewähren.Ihr Ursprung war zu niedrig, das Bolk, aus dem siehervorging, zu tief verachtet, als daß man es nur derMühe werth hätte halten sollen, Kenntniß davon zu neh-men. Man verwechselte die Christen mit den Juden undignorirte beide. Aber das konnte nicht lange dauern, dasLicht, das die Welt erleuchten sollte, konnte nicht unterdem Scheffel verborgen bleiben; es brannte dem Heiden-