thum in die Augen, auch wenn Alles das Angesicht vonihm abwandte. Die Völker mußten sehen und mußtenhören, sie mochten wollen oder nicht. Und was sie sahenund was sie hörten, konnten sie nicht ertragen; sie spra-chen: »das ist eine harte Rede, wer mag sie hören? Ge-het hinaus aus der Welt, wir können euch nicht unteruns dulden". Wie ein drohendes Gespenst mit aufgehobe-nem Zeigefinger verfolgte das Christenthum die Ungläu-bigen wo sie gingen und standen; es ließ ihnen keineRuhe, bis sie sich gefangen gaben. «Um es in wenigenWorten zu sagen", drückt sich der heilige Streiter Christiaus, dessen Bekehrungsgeschichte wir so eben aus seinemeigenen Munde vernommen haben, »was die Seele imLeibe ist, sind die Christen in der Welt. Die Seele istdurch alle Glieder des Leibes verbreitet, die Christen durchalle Städte der Welt. Die Seele wohnt im Leibe, sie istaber nicht vom Leibe. So wohnen die Christen in derWelt, sind aber nicht von der Welt. Die unsichtbare Seeleist gleichsam auf die Wacht gestellt im sichtbaren Leibe.Dasselbe ist das Kennzeichen der Christen, so lange siein der Welt wallen: ihre Gottesfurcht, gleichsam ihreSeelenwacht bleibet unsichtbar. Das Fleisch hasset dieSeele und streitet wider sie, obgleich keineswegs von der-selben verunglimpft, sondern lediglich weil sie den Lüstendes Fleisches widerspricht. So hasset die Welt die Christen,obgleich diese sie keineswegs verunglimpfen, sondern nurihren Lüsten sich entgegensetzen. Die Seele hält das Fleischund die Glieder in Ehren, obgleich diese sie hassen. Auchdie Christen lieben ihre Feinde. Die Seele ist im Leibeeingeschlossen; dennoch ist sie es, welche den Leib zusam-menhält und bewahrt. Die unsterbliche Seele wohnt inder sterblichen Hütte. Auch die Christen haben ihre Hütten
Schliessen